# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Verhandlungen der vierzehnten Verſammlung Gottes Gnade empfangen wird. Wenn der Glaube hier als Tugend in Betracht käme, ſo könnte nur der vollkommene Glaube vor Gott beſtehen und ſelig machen, während der ſchwache Glaube für nichts geachtet würde. Das ſtimmt aber nicht mit den Ausſagen der heiligen Schrift, und muß alſo der Glaube hier in ſofern in Betracht kommen, als er die Gnade Gottes in Chriſto ergreift. — Dieſe aber ſind die Ungläubigen, denn: „Wer nicht glaubet, der iſt ſchon gerichtet." Joh. 3, 18. „So ihr nicht glaubet", ſpricht der HErr, „daß ich es ſei, ſo werdet ihr ſterben in euren Sünden." — „Wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht ſehen, ſon⸗ dern der Zorn Gottes bleibet über ihm." — „Wer nicht glaubet, der wird verdammt." Die Ungläubigen alſo ſind es, die unter dem Zorn Gottes und der Verdammniß bleiben, die ſchon um der Erbſünde willen auf ihnen ruht, und gerade ihr Unglaube iſt hiervon die alleinige Urſache. Joh. 3, 18. heißt es: „Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der iſt ſchon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes." (Eigentlich: weil er nicht geglaubt hat.) Und wie der Hebräerbrief (4, 7.) ſagt, daß die Kinder Iſrael um des Un⸗ glaubens willen nicht in die Ruhe des gelobten Landes kamen, ſo kommen die Verlorengehenden auch um ihres Unglaubens willen nicht in die Ruhe des ewigen Lebens. Denn die vom irdiſchen Canaan Ausge⸗ ſchloſſenen werden in jenem Brief als Abbilder der vom himmliſchen Canaan Ausgeſchloſſenen hingeſtellt. Wie allein der Glaube ſelig macht, da er den alleinigen Seligmacher, JEſum Chriſtum, ergreift, ſo verdammt allein der Unglaube, da er Chri⸗ ſtum, den einigen Erretter aus der Verdammniß, verwirft. Die Erlöſung wird allen angeboten. Gott kommt mit ſeiner Gnade auch zu den Ungläu⸗ bigen, dringt in ſie, nöthigt ſie, das Heil zu empfangen, aber ſie ſtemmen ſich dagegen und wollen nicht. Gleichwie die Sünde in den Heiligen Geiſt deswegen verdammt, weil ſie beſtändig das Heil ausſchließt, ſo auch der Unglaube. Wiewohl nun der Unglaube auch im erſten Gebot verboten, ein Brunn⸗ quell aller andern Sünden, die größte Sünde iſt, ſo kommt er doch hier nicht ſowohl als Uebertretung des Geſetzes in Betracht, ſondern als Verwerfung des Evangeliums. Dieſer Unglaube iſt alſo die Urſache, daß der Menſch in der Verdamm⸗ niß bleibt. Durch jede Sünde verdient er die Verdammniß, aber durch den Unglauben kommt's, daß er in der Verdammniß bleibt. Das Urtheil des Geſetzes iſt durch Chriſtum aufgehoben, da er ward ein Fluch für uns. Wenn es darum möglich wäre, daß neben den andern Sünden der Glaube beſtünde, ſo könnten alle andern Sünden nicht verdammen. Es iſt, wie wenn einer eine tödliche Krankheit hat und verſchmäht ein ihm angebotenes ſicheres Heil⸗