# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1892. 15 zeugniſſes und des durch dasſelbe geſchärften Gewiſſenszeugniſſes anerkannt wiſſen, ſelbſt wenn ſie dem menſchlichen Verſtande unerklärlich bleibt. Denn auch die Lehre von der Erbſünde iſt Glaubensartikel. Die unleugbare That⸗ ſache um ihrer Unbegreiflichkeit willen entweder direct oder indirect durch Umdeutung leugnen, heißt nichts anderes, als dem Principe des Rationalis⸗ mus entweder in bewußter und conſequenter, oder in unbewußter und in⸗ conſequenter Weiſe huldigen und anheimfallen" ꝛc. Dazu kommt ja, wie derſelbe Autor S. 33 gut bemerkt, noch Folgen⸗ des: „Obſchon wir kein Recht haben, die göttliche Gerechtigkeit zu beſchul⸗ digen, wenn ſie uns um der Naturſünde willen dem Gerichte übergibt, ſo iſt doch auch jeglicher Schein dieſes Rechtes geſchwunden, wenn wir ſchließlich nicht um der Gattungs⸗, ſondern um der eigenen Perſonſünde willen ver⸗ loren gehen durch Zurückweiſung der Erlöſung in Chriſto." — Alle Menſchen ſind ſchon um der Erbſünde willen der Verdammniß verfallen, alſo auch die, welche verloren gehen. Dies war die zweite, in der Theſis geſetzte zu beweiſende Behauptung. Das dritte Stück, deſſen Beweis noch erübrigt, iſt: Daß Menſchen in dieſer Verdammniß um der Erbſünde willen bleiben, hat ſeinen alleinigen Grund in ihrem Unglauben. III. Alle Menſchen ſind ſchon um der Erbſünde willen Kinder des Zorns, dem Urtheil des Todes und der Verdammniß verfallen, und alle hätten nun auch rettungslos den Zorn Gottes ſchmecken, Tod und Verdammniß ewig leiden müſſen, wenn Gott ſich ihrer nicht erbarmt, ihnen JEſum Chriſtum, ſeinen Sohn, nicht zum Erretter geſandt, ihn nicht mit ihrer Erb⸗ und wirk⸗ lichen Sünde, mit ihrer Schuld und Strafe beladen, nicht ihn für ſie ſeinen Zorn tragen, Tod und Verdammniß leiden und durch denſelben ihnen Gnade, Leben und Seligkeit hätte erwerben laſſen, die er frei und umſonſt in ſeinem Wort zur gläubigen Annahme anbietet. — Nun gehen nicht alle verloren, viele entrinnen dem Zorne Gottes, das Verdammungsurtheil wird an ihnen nicht vollſtreckt, ſie werden davon losgeſprochen, ſie empfangen Gnade, wer⸗ den ſelig. — Viele andere Kinder des Zorns dagegen häufen ſich ſogar den Zorn auf den Tag des Zornes und des gerechten Gerichtes Gottes, ſterben in ihren Sünden und das Verdammungsurtheil wird an ihnen vollſtreckt werden, ſie gehen verloren. — Wer ſind jene? Wer ſind dieſe? Jene ſind die Gläubigen, die an JEſum Chriſtum als ihren Erretter und Heiland glauben. Denn ſo bezeugt die Schrift: Die Gläubigen ſind gerecht. Röm. 3, 28. Die Gläubigen haben Vergebung der Sünden. Apoſt. 26, 18. Die Gläubigen haben das ewige Leben. Joh. 6, 47. Die Gläubigen gehen nicht verloren. Joh. 3, 16. Die Gläubigen wer⸗ den nicht gerichtet. Joh. 3, 18. Die Gläubigen werden ſelig. Apoſt. 16, 31. — Doch iſt der Glaube, durch den ein Menſch ſelig wird, nicht als eine verdienſtliche Tugend anzuſehen, ſondern als Organ, durch welches