# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1892. 13 auch in der unentwickelten Form der unbewußten Neigung nicht nur Ab⸗ irrung und Fehltritt, ſondern das zu Sühnende, weil Verbrechen und Uebertretung, iſt. Denn ſie iſt allemal Bruch des göttlichen Geſetzes, weil eben der göttliche Nomos ‚geiſtlich' iſt, Röm. 7, 14., und als ſolcher nicht nur die heilige That, ſondern auch das heilige, von reiner Gottesliebe er⸗ füllte Herz verlangt. Als ausdrückliches dictum probans aber für die in Rede ſtehende Lehre, daß nämlich ſchon der angeborne Sündenhabitus Schuld begründe vor dem göttlichen Gerichte, iſt bekanntlich immer Eph. 2, 3. betrachtet worden. Nachdem der Apoſtel geſchildert hat, wie die Heidenchriſten in ihrem früheren unchriſtlichen Zuſtande dem Tode in Sün⸗ den und Uebertretungen und der Gewalt des Fürſten der Finſterniß anheim⸗ gefallen waren, ſpricht er aus, daß auch die Judenchriſten vor ihrer Be⸗ kehrung unter den Kindern des Unglaubens in den Lüſten ihres Fleiſches gewandelt und den Willen des Fleiſches und ihrer unheiligen Gedanken vollbracht hätten, und fügt dann hinzu —, ‚und waren Kinder von Natur (φύσει) des Zorns wie auch die übrigen'... Fragen wir nun aber, was denn der Apoſtel unter φύσει an unſerer Stelle verſtehe, ob den angebornen Zuſtand ſelbſt, oder die naturnothwendige Entwicklung des angebornen Zu⸗ ſtandes, ſo muß darauf der Context die Antwort geben. Es hängt hier alles von der Beſtimmung des Gegenſatzes ab, in welchem das φύσει ſtehend zu denken iſt. Es kann nicht im Gegenſatze zu dem ſtehen, was die Kin⸗ der des Zorns nach V. 4. ff. durch die Barmherzigkeit, die Gnade ge⸗ worden ſind. Denn bei dem Bekehrten kann wohl unterſchieden werden zwiſchen dem, was er von Natur (φύσει), und was er durch die Gnade (χάριτι) iſt; aber nicht bei dem Unbekehrten; der iſt ſchlechthin ein Kind des Zorns, nicht etwa nur in einer Beziehung.... Es bleibt alſo bei φύσει der Gegenſatz zu dem ſündigen Thun übrig, welcher ſoeben in den Worten: „In welchem auch wir" ꝛc. geſchildert war, ſo daß der Apoſtel ab effectu ad causam aufſteigt und φύσει nicht im beſchränkenden, ſondern im ſtei⸗ gernden Sinne gebraucht iſt. Dann iſt aber auch klar, daß φύσει eben im Gegenſatz zu der actuellen Sünde ſich nur auf die mit der Geburt ſelbſt geſetzte Sündhaftigkeit beziehen kann, alſo gleich γενέσει ſein muß, ſo daß wir alſo ein unmittelbares dictum probans für die mit der Geburt ſelbſt geſetzte Zornverfallenheit des menſchlichen Geſchlechtes anzuerkennen haben." So weit Philippi. Eine andere Hauptbelegſtelle dafür, daß ſchon die Erbſünde die Men⸗ ſchen dem Verdammnißurtheil Gottes unterworfen hat; iſt Röm. 5, 12.: „Derhalben, wie durch Einen Menſchen die Sünde iſt kommen in die Welt, und der Tod durch die Sünde, und iſt alſo der Tod zu allen Men⸗ ſchen durchgedrungen, dieweil ſie alle geſündigt haben." Dieſe Stelle ſagt nicht nur, daß die Sünde auf mittelbare Weiſe, durch Adam, auf alle Menſchen gekommen iſt und darum auch der zeitliche und ewige Tod, ſondern ſie ſagt ſogar, daß dies auf unmittelbare Weiſe ge⸗