# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1858_S272 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 272 Aus der General⸗Synode. annehmen, daß die in diesem Aufsatze ausgesprochenen Ansichten im Allgemeinen die Ansichten der leitenden Männer in der Generalsynode sind, und uns darum einen Blick in die Zustände, Grundsätze, Hoffnungen und Befürchtungen dieser Gemeinschaft gewährt, der für uns um so interessanter ist, weil in jenem Artikel namentlich die Stellung der Generalsynode zum lutherischen Bekenntniß und den bekanntlich treuen Lutheranern klar und bestimmt dargelegt ist. Das Review. — Die Kirche. „Während der Zeit des Erscheinens des Evangelical Review ist die Geschichte unserer Kirche reich an Ereignissen gewesen. Es war ein höchst aufgeregter Zeitabschnitt. Die Aufregung hat nachgelassen aber vollkommene Ruhe ist noch nicht erreicht. Er ist durch viel Streit bezeichnet und hat viel nützliche Dinge gelehrt. Wohl der Kirche, wenn diese Dinge beachtet und in geeigneter Weise zur Anwendung gebracht werden. Ohne Frage ist eine neue Aera über uns angebrochen. Die Aera der Generalsynode, wie man sie genannt hat, bis zu der noch dauernden Periode, welche mit der Herausgabe des Evangelical Review beginnt, war für unser lutherisches Zion eine Zeit großer Wohlfahrt. Es war eine Reaction gegen starre Orthodoxie und neologische Tendenzen, höchst heilsam, wenn auch nicht immer gemäßigt, welche die Kirche weit vorwärts gebracht hat im Vergleich mit ihrem früheren Zustand. „Während der neueren Periode, innerhalb der letzten zehn Jahre, hat unsere Kirche neue Gestaltungen durchlebt und eine höchst interessante Reihe von Ereignissen entfaltet. Neue Schwierigkeiten lagen ihr im Wege. Ihr Beruf war nicht, sich von den eisigen Fesseln des Formalismus und einer leblosen Orthodoxie loszumachen, sondern ihre in Lehrverschiedenheit auseinander gehenden Söhne in brüderlicher Vereinigung zu halten. In diesem Prozesse wurde schweres Unheil gedroht und bange Ahnungen wurden erweckt, aber jetzt ist der Sturm durch Gottes Gnade überstanden und eine ruhige See erreicht. Die Agitation ist nicht ganz vorüber, aber hat der Sturm nicht seine größte Heftigkeit ausgetobt, und sind nicht heitere Tage vor uns? Wenn wir weise, wenn wir belehrt sind durch das Geschehene, so muß dies das Resultat sein. Unser Motto sollte sein: In der Vereinigung ist die Stärke. Die große Frage für unsere Kirche in diesem Lande ist, ob sie eine Einheit sein kann, die durch ein gemeinsames Band zusammengehalten wird. Wenn zur Einigkeit absolute Uebereinstimmung in allen minutiae der christlichen Lehre, des Regiments und der Ceremonieu nothwendig ist, so ist sie gewiß nicht möglich. Aber wenn Uebereinstimmung in den Hauptpuncten des Glaubens und der Praxis als hinreichend angesehen wird, so kann keine große Schwierigkeit sein. In den meisten unserer großen christlichen Gemeinschaften gibt es mehr oder weniger Meinungsverschiedenheit über Lehrpuncte. Die presbyterianische, congregationalistische und bischöfliche Kirche sind keineswegs eine Einheit in allen Stücken der Lehre und Praxis. Wenn man sich der Freiheit des Denkens und Forschens erfreut, so ist es nicht möglich, daß völlige Gleichförmigkeit der Ansichten über alle in der Offenbarung