# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1892. 11 Adams Fall alle Menſchen, ſo natürlich geboren werden, in Sünden em⸗ pfangen und geboren werden, das iſt, daß ſie alle von Mutterleibe an voller böſer Luſt und Neigung ſind und keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott von Natur haben können: daß auch dieſelbige angeborne Seuche und Erbſünde wahrhaftiglich Sünde ſei ꝛc.... Hierneben werden verworfen die Pelagianer und andere, ſo die Erbſünde nicht für Sünde haben, damit ſie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte, zu Schmach dem Leiden und Verdienſt Chriſti." Und in der Concordienformel II, Art. I, Seite 575 f. heißt es: „Zum andern iſt das auch klar und wahr, wie der neunzehnte Artikel in der Augsburgiſchen Confeſſion lehret, daß Gott nicht iſt ein Schöpfer, Stifter oder Urſach der Sünden, ſondern aus Anſtiftung des Teufels durch einen Menſchen iſt die Sünde (welche iſt ein Werk des Teufels) in die Welt kom⸗ men, Röm. 5. 1 Joh. 3. Und noch heutzutage in dieſer Verbindung ſchafft und macht Gott in uns die Sünde nicht, ſondern mit der Natur, welche Gott heutzutage noch ſchafft und machet, wird die Erbſünde durch die fleiſchliche Empfängniß und Geburt von Vater und Mutter aus ſündlichem Samen mit fortgepflanzt. „Zum dritten, was dieſer Erbſchade ſei, weiß und kennt keine Vernunft nicht, ſondern es muß, wie die ſchmalkaldiſchen Artikel reden, aus der Schrift Offenbarung gelernt und gegläubet werden... S. 576 (10). Zum andern, daß es auch eine gänzliche Darbung und Manglung der anerſchaffe⸗ nen Erbgerechtigkeit im Paradeis oder des Bildes Gottes, nach welchem der Menſch anfänglich in Wahrheit, Heiligkeit und Gerechtigkeit geſchaffen, und zugleich ein Unvermögen und Untüchtigkeit zu allen Gottes⸗Sachen oder... die Beſchreibung der Erbſünde benimmt der unverneuerten Natur die Gaben, Kraft und alle Wirkung, in geiſtlichen Dingen etwas anzufahen und zu wirken. „Daß die Erbſünde (an der menſchlichen Natur) nicht allein ſei ein ſolcher gänzlicher Mangel alles Guten in geiſtlichen, göttlichen Sachen, ſon⸗ dern daß ſie zugleich auch ſei anſtatt des verlornen Bildes Gottes in dem Menſchen eine tiefe, böſe, greuliche, grundloſe, unerforſchliche und unaus⸗ ſprechliche Verderbung der ganzen Natur und aller Kräfte, ſonderlich der höchſten, fürnehmſten Kräfte der Seele im Verſtande, Herzen und Willen, daß dem Menſchen nunmehr nach dem Fall angeerbt wird eine angeborne böſe Art und inwendige Unreinigkeit des Herzens, böſe Luſt und Neigung, daß wir alle von Art und Natur ſolch Herz, Sinn und Gedanken aus Adam ererben, welches nach ſeinen höchſten Kräften und Licht der Vernunft natürlich ſtracks wider Gott und ſeine höchſten Gebote geſinnet und geartet, ja eine Feindſchaft wider Gott iſt, was ſonderlich gött⸗ liche, geiſtliche Sachen belanget. Denn ſonſt in natürlichen äußerlichen Sachen, ſo der Vernunft unterworfen, hat der Menſch noch etlichermaßen Verſtand, Kraft und Vermögen, wiewohl gar ſehr geſchwächet, welches doch