# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der vierzehnten Verſammlung Theſis 1. Der Unglaube iſt der einzige Grund, weshalb Menſchen in der Verdammniß, die ſchon um der Erbſünde willen über ſie ge⸗ kommen iſt, bleiben. Drei Stücke ſind es, die in dieſer Theſis ausgeſprochen ſind. Erſtens: Die Verlorengehenden ſind mit der Erbſünde behaftet; zweitens: Um der Erbſünde willen ſind ſie der Verdammniß verfallen; drittens: Daß ſie in der Verdammniß bleiben, hat ſeinen alleinigen Grund in ihrem Unglauben. I. Daß alle Menſchen mit der Erbſünde behaftet ſind, iſt klare Lehre der heiligen Schrift. Dazu iſt es eine Lehre von der allergrößten Wichtigkeit, deren Leugnung oder Trübung von den weitgehendſten, nachtheiligſten Fol⸗ gen begleitet iſt. Wer dieſe Lehre leugnet oder trübt, der muß nothwendig auch falſch lehren von den Urſachen ſowohl der Seligkeit, wie der Verdamm⸗ niß der Menſchen, der wird die Seligkeit nicht allein Gott, und die Ver⸗ dammniß nicht allein den Menſchen zuſchreiben, wird nothwendig ein Pela⸗ gianer, ein Semipelagianer und Synergiſt, oder ein Calviniſt. „Es iſt hie kein Unterſchied, ſie ſind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den ſie an Gott haben ſollten." Röm. 3, 23. Schon dieſe Stelle bezeugt die Sündhaftigkeit aller Menſchen. Alle, die Erwachſenen, wie die noch Unerwachſenen, die Alten, wie die Kinder, die Hochbetagten, wie die eben Gebornen, alle ſind Sünder. Dieſe Stelle zeigt auch ſchon mit ziemlicher Deutlichkeit an, daß alle Menſchen von der Geburt an und durch die Geburt Sünder, mit der Erbſünde behaftet ſind; wie es auch die Stelle 1 Moſ. 5, 21.: „Das Dichten des menſchlichen Herzens iſt böſe von Jugend auf", gleichermaßen anzeigt. Aber die Kraft dieſer Sprüche hat man dadurch abzuſchwächen geſucht, daß man ſagt: der Menſch ſei gut geboren, erſt ſpäter, wenn auch vielleicht unmittelbar nach der Geburt, böſe geworden, die ihm anhaftenden Sünden hätten in ſeiner Abſtammung keinen Grund, und ſomit könne von einer Erbſünde nicht die Rede ſein. Die Möglichkeit aber iſt ausgeſchloſſen durch Joh. 3, 5. 6.: „Es ſei denn, daß jemand geboren werde aus dem Waſſer und Geiſt, ſo kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleiſch geboren wird, das iſt Fleiſch." Das Wort „Fleiſch" hat in der Schrift verſchiedene Bedeutung. Bald bezeichnet es die Subſtanz des menſchlichen Leibes, bald die ſchwache Crea⸗ tur im Gegenſatz zu dem allmächtigen Schöpfer, bald hat es ſittlichen In⸗ halt und bezeichnet den Gegenſatz zu Gott, dem heiligen Gott, zu ſeinem guten Geiſt. So iſt es hier gebraucht; es muß hier nach dem Zuſammen⸗ hang etwas bezeichnen, was in's Reich Gottes nicht kommen läßt, was von der Seligkeit ausſchließt; das aber iſt die Sünde. Wir haben hier alſo