# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S6 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 6 Verhandlungen der vierzehnten Verſammlung Sohnes darreicht, ſondern ſelbſt damit bekleidet; der den Menſchen nicht nur eine Möglichkeit ſelig zu werden bietet, ſondern ſelbſt ſelig macht. Wie dient es zur gänzlichen Niederlegung alles Anſpruches eigenen Verdienſtes, alles Eigenruhmes, alles Ruhmes eigenen Thuns, eigenen Wollens, eigener Entſcheidung, eigenen guten Verhaltens und treibt zum anbetenden Preis der unverdienten Gnade und Barmherzigkeit Gottes, dem man nun williger alle Ehre gibt, dem man bekennt: Daß ich nun bin bekehrt, haſt du allein verrichtet, Du haſt des Satans Reich und Werk in mir vernichtet. HErr, deine Güt' und Treu, die an die Wolken reicht, Hat auch mein ſteinern Herz zerbrochen und erweicht. Dem man bekennt: Mir iſt Erbarmung widerfahren; Erbarmung, deren ich nicht werth; Das zähl' ich zu dem Wunderbaren, mein ſtolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Wie dient dieſe Erkenntniß bei Wahrnehmung des eigenen, wenn auch noch ſo ſchwachen, Glaubens zur Befeſtigung der fröhlichen Zuverſicht, daß Gott, der das gute Werk angefangen, nun dasſelbe als ſein Werk auch voll⸗ führen werde, trotz aller eigenen Ohnmacht! Wie macht ſie behutſam in Be⸗ wahrung des Schatzes des Glaubens, denſelben nicht wieder zu verlieren, die Seligkeit zu ſchaffen mit Furcht und Zittern, eben weil es nicht in eige⸗ ner Macht liegt, den einmal verlornen Glauben ſich wieder zu geben! Wie treibt es im Gefühl eigener Ohnmacht zum inbrünſtigen Gebet: „HErr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!" „HErr, ſtärke uns den Glauben!" Wie treibt es zum ernſten, ununterbrochenen Gebrauch der Gnadenmittel, durch welche Gott, wie er den Glauben wirkt, ſo allein auch denſelben erhält! Wie behutſam und vorſichtig macht die vertiefte Erkenntniß nun auch im Ausdruck, auch nicht durch ein mißverſtändliches Wort der Gnade und Ehre unſers Gottes Abbruch zu thun, und führt zur Abweiſung aller derartigen alten und neuen Ausdrücke! Segensreich hat ſich ein näheres Eingehen auf die Wahrheit, „der Glaube der Gläubigen und Seligwerdenden allein Gottes Gnade", er⸗ wieſen; ſegensreich wird ſich auch ein näheres Eingehen auf die Wahrheit erweiſen: „Der Unglaube der Verlorengehenden derſelben eigenes Ver⸗ ſchulden"; wenn man, ſoweit man es nach der Schrift vermag, nachweiſt, in welchen Handlungen und Unterlaſſungen dies Verſchulden beſteht, und inwiefern dieſe ein Verſchulden in ſich begreifen. Zur Löſung der Frage: Warum gerade diejenigen bekehrt und ſelig werden, welche bekehrt und ſelig werden, wird freilich die Behandlung dieſes Satzes nichts beitragen, ſoll es auch nicht. Aus dem Nachweis: Mit dieſen Handlungen, mit die⸗ ſen Unterlaſſungen verſchuldeten die Ungläubigen, daß ſie nicht zum Glau⸗ ben kamen, iſt alſo keineswegs zu folgern, dieſen Handlungen, dieſen Unterlaſſungen verdanken die Bekehrten ihre Bekehrung. Alle derartige