# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S5 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1892. 5 Eine Arbeit von Prof. O. Hoyer über das Thema: „Der Unglaube der Verlorengehenden allein ihr eigenes Verſchulden" wurde zur Beſprechung aufgenommen. Fünf Sitzungen wurden auf die Beſprechung des Referats verwandt. Der Glaube nicht der Gläubigen eigen Werk, ſondern einzig und allein ein durch die Gnadenmittel gewirktes Wunderwerk göttlicher Gnade; — die Bekehrung weder ganz, noch halb, noch zu einigem, dem wenigſten oder geringſten Theil das Werk der Bekehrten, ſondern ganz und gar allein eine göttliche Wirkung, allein ein Werk des Heiligen Gei⸗ ſtes; — das hat unſere Kirche von Anfang an bekannt. Aber in dieſe Lehre ſich wieder einmal recht zu vertiefen, der Gnade Gottes in dem Werke des Glaubens und der Bekehrung an der Hand der heiligen Schrift nachzu⸗ ſpüren, auf allen Stufen des Bekehrungswerkes und der Arbeit des Heiligen Geiſtes an dem Unbekehrten und in dem Bekehrten die unverdiente Gnade Gottes nachzuweiſen und anzuerkennen, ſoweit die Schrift ſolches offenbart, dazu haben die letzten Jahre mit ihren Lehrkämpfen reiche Veranlaſſung gegeben. Welchen Segen und welchen Gewinn hat ſolche Vertiefung für die ein⸗ zelnen und für ganze Gemeinden gehabt! Wie mancher iſt ſich nun erſt recht lebendig bewußt geworden: Ja, im Werke der Bekehrung und Seligkeit iſt von Anfang bis Ende alles eitel Gottes Gnade. Gottes vorlaufende Gnade iſt es ſchon vielfach, wenn ein Menſch äußerlich die Gnadenmittel gebraucht, — Gottes Gnade iſt es, wenn ſein Herz ſich aufthut, daß er auf das Wort Gottes achtet, — Gottes Gnade iſt es, wenn er durch die Predigt des Geſetzes zur lebendigen Erkenntniß ſeiner Sünden und zum Schrecken über die ver⸗ diente Verdammniß kommt, — Gottes Gnade iſt es, wenn durch's Evange⸗ lium der Glaube entzündet wird, der Chriſti Verdienſt ergreift, — Gottes Gnade iſt es, die durch ſolchen Glauben ihn wiedergebiert zu neuem geiſt⸗ lichen Leben, — Gottes Gnade iſt es, daß er als neue Creatur ſein neues geiſtliches Leben durch's Gebet bethätigt und er als Gottes Werk fruchtbar iſt zu guten Werken, — Gottes Gnade iſt es, daß er nun das Gute will, und Gottes Gnade iſt es zuzuſchreiben, wenn das Wollen zum Vollbringen des Guten wird. Gottes Gnade allein auch iſt es, die durch die Gnadenmittel den Glauben erhält, die ihn wieder entflammt, wenn er erloſchen iſt; ſeine Gnade iſt es, wenn der Menſch im Glauben ſtirbt und das Ende des Glau⸗ bens davonträgt, der Seelen Seligkeit. Wie dient ſolche Vertiefung zur Verklärung der Gnade und Barm⸗ herzigkeit Gottes, der nicht nur die Seligkeit durch ſeinen eingebornen Sohn hat erwerben laſſen, ſondern ſelbſt durch Wirkung des Glaubens auch in den Beſitz derſelben ſetzt, der nicht nur das Kleid der Gerechtigkeit ſeines