# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1890_S37 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1890. 37 Erklärung der Synode über die Schulfrage. Dieſe Erklärung wurde der Synode in folgenden fünf Punkten vorgelegt. 1. Da Gottes Wort, die Richtſchnur unſeres Lebens, allen chriſtlichen Eltern die Pflicht auferlegt, ihre Kinder zu erziehen in der Zucht und Ver⸗ mahnung zum HErrn, ſo iſt damit allen Chriſten, falls ſie ihre Kinder in Schulen erziehen laſſen, die Pflicht vorgeſchrieben, die Kinder, bis ſie in der chriſtlichen Erkenntniß befeſtigt ſind, nur ſolchen Schulen zu übergeben, in welchen die Erziehung der Kinder geſchieht in der Zucht und Vermahnung zum HErrn, wobei es ſich für uns von ſelbſt verſteht, daß wir unſere Kinder auch nach allem Vermögen zu tüchtigen Bürgern erziehen wollen und dabei, wiederum ſelbſtverſtändlich, auch auf ihre möglichſt tüchtige Schulung im Gebrauch der engliſchen Landesſprache bedacht ſind. 2. Da in den religionsloſen Staatsſchulen, wo immer ſie nur im Sinne des religionsloſen Staates geführt werden, nicht nur eine chriſtliche Erziehung ausgeſchloſſen iſt, ſondern auch in dieſen Schulen in der Regel durch Unterricht und Disciplin dem Worte Gottes Widerſprechendes den Kindern eingeprägt und ſo das geiſtliche Leben chriſtlicher Kinder gefährdet und geſchädigt wird, ſo dürfen wir uns als Chriſten gewiſſenshalber keinem Geſetze des Staates fügen, das darauf gerichtet iſt, oder dazu gebraucht wer⸗ den kann, unſere Kinder in ſolche religionsloſe Staatsſchulen zu zwingen. 3. Wie wir täglich beten: „Dein Reich komme“, ſo haben wir auch die Pflicht, die rechtgläubige evangeliſch⸗lutheriſche Kirche in dieſem Lande zu erhalten und auszubreiten, und müſſen deshalb auch gewiſſenshalber alle Geſetze bekämpfen, welche dahin gerichtet ſind, oder dazu gebraucht werden können, unſere lutheriſchen Gemeindeſchulen, als welche der Ausbreitung und Erhaltung des Reiches Gottes dienen, zu ſchädigen. 4. Wenn unſer HErr Chriſtus ſpricht: „Mein Reich iſt nicht von dieſer Welt“ und: „Gebet dem Kaiſer, was des Kaiſers iſt, und Gott, was Gottes iſt“, ſo iſt für alle Zeiten die Scheidung zwiſchen Kirche und Staat als dem Worte Gottes gemäß anzuerkennen; und da uns Gott in dieſem Lande das hohe Gut der Religionsfreiheit beſchert hat, ſo dürfen wir als treue Haushalter auch keine Geſetzgebung gutheißen, welche auf eine Ver⸗ miſchung von Geiſtlichem und Weltlichem hinausläuft und unſere kirchliche Freiheit gefährdet, billigen wir vielmehr von ganzem Herzen die mit recht⸗ lichen Mitteln geführte Bekämpfung ſolcher Geſetze, wie ſie in den Staaten Wisconſin und Illinois im vorigen Jahre zum Schaden unſerer Gemeinde⸗ ſchulen gemacht worden ſind, während wir andererſeits aus demſelben Grunde jede Beanſpruchung öffentlicher Gelder zur Gründung oder Erhaltung kirch⸗ licher Schulen verwerfen. 5. Aus allen den angegebenen Urſachen müſſen wir als lutheriſche Chriſten der Thatſache, daß unſere Brüder in den Staaten Wisconſin und Illinois den ihnen aufgedrungenen Kampf gegen jene Geſetze, ſei es vor den