# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1858_S267 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Kirche Norwegens. 267 gekommenen Jugendschriften. Wildenhahn's Lebensbilder finden viele Leser. Von ältern Schriften sind herausgegeben: Luther's Kirchen⸗ und Hauspostille; Heinr. Müller's Erquickstunden und himmlischer Liebeskuß; Joh. Arnd's Bücher vom wahren Christenthum; Matthesius Luther's Leben in Predigten; Fresenius Communionbuch; einzelne Schriften von Richard Barter, Bunian's Pilgerreise; Savonarola's Betrachtungen über den 51. und 31. Psalm; Thomas von Kempis in zwei verschiedenen Bearbeitungen von Wexels und Koefod. — Eine neue Ausgabe von Scrivers Seelenschatz, unverändert und unverkürzt, empfohlen durch Lector Johnson hat eine bedeutende Subscribentenzahl gefunden. Ich denke, über Einseitigkeit kann man nicht grade klagen. Unter den originalen Werken finden sich außer polemischen Schriften über Tagesfragen, Predigtsammlungen, Bearbeitungen des lutherischen Katechismus, der biblischen Geschichte und Kirchengeschichte ꝛc. 5. Maßregeln zur Verbesserung der sittlichen Zustände. Als solche ist hier zu erwähnen die Enthaltsamkeitsangelegenheit. Auch in Norwegen herrschte und herrscht noch in großem Maaße das Branntweintrinken. So hat man, um diesem Uebel einen Damm zu setzen, auch hier zu dem Mittel gegriffen, das Volk für die Enthaltung vom Branntwein zu gewinnen. Die Enthaltsamkeitssache hatte einen persönlichen Vertreter in König Oscar, der schon als Kronprinz in Schweden dieselbe förderte. Daneben existirt ein Verbot, welches zugleich der Entheiligung des Feiertags steuern soll, daß, wenn ich nicht irre, schon vom Sonnabend Nachmittag an bis zum Montage Vormittags kein Branntwein verkauft werden darf. Freilich zeigt es sich auch hier, daß äußere Maßregeln allein nicht zu viel vermögen. Es wurde von manchen Personen darüber geklagt, daß theilweise nun in Bier debauchirt werde, statt in Branntwein. Aus allem Mitgetheilten geht nur so viel hervor, daß in der Norwegischen Landeskirche sich ein Kreis findet, der sich dem Evangelio zugewandt hat, und zwar nicht allein unter Geistlichen, sondern auch unter dem „Laienvolke,“ wo Glieder der verschiedensten Stände ihm zugehören. Dieser Kreis tritt in einen entschiedenen Gegensatz gegen alles von ihm als dem geistlichen Tode, dem Unglauben, der Welt und Sünde zugehörig betrachtete. Eine solche Sonderung, sofern sie im rechten Maaße bleibt, hat ja ihr unbestreitbares Recht, so lange die Gebote sein Licht leuchten zu lassen, sich der Welt nicht gleich zu stellen, für den Christen gelten. Vergleichen wir diesen Kreis mit der Volksmasse, so ist er allerdings bedeutend in der Minorität. Ein großer Theil des Volkes lebt in völliger Theilnahmlosigkeit an geistlichen Fragen, und gehört fast gedanken⸗ und bewußtlos der Kirche an. Bei Vielen zeugen zu Tage liegende Sünden von dem unglaubigen und unchristlichen Herzensstande; ein gleiches Zeugniß legt vielfach herrschende Vergnügungssucht ab. Auch der offenbare Unglaube hat seine Vertreter, und wenn er auch öffentlich