# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1890_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 Verhandlungen der dreizehnten Verſammlung weltlich Schwert und Geſetze geboten zu halten, Röm. 13, 1. Tit. 3, 1. 1 Petr. 2, 13. Aber weltlich Regiment unterſteht ſich nicht, die Gewiſſen zu regieren, ſondern handelt nur in zeitlichen Gütern. Ein Steinmetz muß ein Geſetz haben, daß er nicht ein Elle lang für eine halbe nehme; ein Schuſter hat Geſetz, daß er einem Kind keine Mannsſchuhe macht; ja, Mörder haben Geſetz, daß die Ausbeute gleich getheilet werde. Was gehen ſolche Geſetze den Geiſt und Gewiſſen an? alſo weltliche Obrigkeit hat Geſetz, daß einer dem andern an Gut, Ehre und Leib nicht ſchade; ſpricht aber nicht, daß da⸗ durch das Gewiſſen vor Gott wohl regiert ſei. Aber der Pabſt und geiſtliche Setzer, die fahren mit Lucifer über den Himmel, geben vor, ihr Ding ſei göttlich und mache vor Gott fromm, regiere und führe die Gewiſſen zurecht. Das kann Gott nicht leiden, da iſt er ein Eiferer. Denn in den Ge⸗ wiſſen will er allein ſein und ſein Wort allein regieren laſſen, da ſoll Freiheit ſein von allen Menſchengeſetzen. Wenn nun der Pabſt, wie der Kaiſer, die Gewiſſen fahren ließe und ſtrafte nicht weiter, denn der Kaiſer, ſo hätte es keine Noth. Aber er will die Ge⸗ wiſſen gefangen haben, und ſoll Gottes Worte ſein Wort gleich ſein, und er⸗ dichtet eine ewige Strafe und ewigen Lohn ſeiner Gebote, das kein Kaiſer thut. Darum iſt er der Endechriſt, der ſich über Gott ſetzt, wie St. Paulus ſagt 2 Theſſ. 2, 4., und bricht auf die Brautkammer Chriſti, und macht alle Chriſtenſeelen zu Huren.“ (Von der Beichte, ob die der Pabſt Macht habe zu gebieten. E. A. 27, S. 336 f.) Auch Heßhuſius ſchreibt: „Wie hebt ſich nun die Frage, ob denn die löblichen Fürſten, Herren, Grafen und Obrigkeiten in Städten Unrecht daran gethan, daß ſie angehendes Lichts des Evangelii ſich befleißigt, treue und rechtſchaffene Lehrer ihren Unterthanen fürzuſtellen, damit ſie aus der Finſterniß und Blindheit des Antichriſts möchten errettet und zur ewigen Seligkeit durch die Erkenntniß des einigen Heilandes gebracht werden. Darauf ich denn alſo antworte: Mir zweifelt ganz und gar nicht, die Fürſten, Herren und Obrigkeiten, ſo hin und wieder in ihren Landen und Gebieten, als ihnen die Wahrheit des Evangelii erſchienen und ſie von Gott erleuchtet ſind worden, die Abgötterei, falſche Lehre und Greuel des anti⸗ chriſtiſchen Pabſtthums abgeſchafft, die papiſtiſchen Wölfe von der Heerde Chriſti geſtoßen und Hirten und rechtſchaffene Lehrer berufen, haben chriſt⸗ lich, löblich und wohl daran gethan: denn die Gemeine zu der Zeit ihr Recht nicht gewußt noch erkannt hat, war auch durch die päbſtlichen Lügen und Irrthümer ſo gar weit von Chriſto abgeführt, daß ſie faſt ungeſchickt war, die Lehre zu richten und falſche Lehrer von treuen Predigern zu unter⸗ ſcheiden. Weil denn Gott der Allmächtige etlichen weltlichen Regenten die große Gnade erzeigt hat, daß ſie Gottes Wort und Willen haben er⸗ kennen mögen, iſt ihnen wohl angeſtanden, daß ſie ſich ihrer Unterthanen angenommen und ihnen das ſeligmachende Wort fürtragen laſſen, damit ſie auch zur Erkenntniß JEſu des Heilandes gebracht werden. Denn auch