# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1890_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der dreizehnten Verſammlung gute und den elenden Chriſten ... zu Nutz und Heil, gnädiglich wollten etliche tüchtige Perſonen zu ſolchem Amte fordern und ordnen.“ Hier be⸗ kennt Luther ausdrücklich, daß der Churfürſt ſolches als Fürſt zu thun nicht ſchuldig ſei. Die Liebe ſoll ihn treiben, weil ſonſt niemand vorhan⸗ den ſei, der das anrichten könnte. Und nicht der Fürſt allein ſoll das be⸗ ſorgen, aber er ſoll mit Hand anlegen an dem, was Recht und Pflicht aller Chriſten iſt. Außerdem wurden noch folgende ganz beſonders herrliche Stellen aus Luthers Werken zum Zeugniß für die Wahrheit der zweiten Theſe verleſen. Luther: „Weil es denn einem jeden auf ſeinem Gewiſſen liegt, wie er gläubt oder nicht gläubt, und damit der weltlichen Gewalt kein Abbruch geſchieht, ſoll ſie auch zufrieden ſein und ihres Dinges warten und laſſen gläuben ſonſt oder ſo, wie man kann oder will, und niemand mit Gewalt dringen. So ſprichſt du abermal: Ja, weltliche Gewalt zwingt nicht zu glauben, ſondern wehret nur äußerlich, daß man die Leute mit falſcher Lehre nicht verführe, wie könnte man ſonſt den Ketzern wehren? Ant⸗ wort: Das ſollen die Biſchöfe thun, denen iſt ſolch Amt befohlen und nicht den Fürſten. Denn Ketzerei kann man nimmermehr mit Gewalt wehren, es gehört ein anderer Griff dazu, und iſt hier ein anderer Streit und Handel, denn mit dem Schwert. Gottes Wort ſoll hier ſtreiten; wenn das nicht ausrichtet, ſo wird's wohl unausgerichtet bleiben von weltlicher Gewalt, ob ſie gleich die Welt mit Blut füllet. Ketzerei iſt ein geiſtlich Ding, das kann man mit keinem Eiſen hauen, mit keinem Feuer verbrennen, mit keinem Waſſer ertränken. Es iſt aber allein Gottes Wort da, das thut's, wie Paulus ſagt 2 Cor. 10, 4. 5.“ (Schrift von weltlicher Obrigkeit. 1523. X, 455. 461 f.) Luther: „So liegt einem jeglichen ſeine eigene Gefahr dran, wie er gläubt und muß für ſich ſelbſt ſehen, daß er recht gläube. Denn ſo wenig als ein anderer für mich in die Hölle oder Himmel fahren kann, ſo wenig kann er auch für mich gläuben oder nicht gläuben, und ſo wenig er mir kann Himmel oder Hölle auf⸗ oder zuſchließen, ſo wenig kann er mich zum Glauben oder Unglauben treiben. Weil es denn ein jeglichem auf ſein Gewiſſen liegt, wie er gläubt oder nicht gläubt, und damit der weltlichen Gewalt kein Abbruch geſchieht, ſoll ſie auch zufrieden ſein und ihres Dings warten und laſſen gläuben ſonſt oder ſo, wie man kann und will, und nie⸗ mand mit Gewalt dringen. Denn es iſt ein frei Werk um den Glauben, dazu man niemand kann zwingen. Ja, es iſt ein göttlich Werk im Geiſt, ſchweig denn, daß es äußerliche Gewalt ſollte erzwingen und ſchaffen. Da⸗ her iſt der gemeine Spruch genommen, den Auguſtinus auch hat: Zum Glauben kann und ſoll man niemand zwingen. Dazu ſehen die blinden, elenden Leute nicht, wie gar vergeblich und unmöglich Ding ſie vornehmen. Denn wie hart ſie gebieten und wie faſt ſie toben, ſo können ſie die Leute je nicht weiter dringen, denn daß ſie mit dem Mund