# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1858_S266 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 266 Die Kirche Norwegens. handlung verschiedener Fragen im Gebiete der historischen, systematischen und praktischen Theologie, durch Mittheilung wichtiger Erscheinungen im Gebiete der theologischen Literatur und des kirchlichen Lebens, sowie durch übersetzungs⸗ und auszugsweise Mittheilungen literarischer Erscheinungen des Auslandes wirken. Die „Norwegische Kirchenzeitung“ — begann 1856 — will ihrem Hauptzwecke nach berichten über Ereignisse, Erscheinungen und Kämpfe in der Kirche, hauptsächlich Norwegens, aber auch des Auslandes. Sie steht fest auf dem lutherischen Bekenntniß und will dasselbe gewahrt wissen, tritt daher sowohl gegen den Grundtvigianismus, wie gegen Baptismus, Methodismus, Quäkerthum und andere Sektirerei, wie auch gegen den eindringenden Romanismus in die Schranken, sie ermahnt zur Vorsicht bei Gebrauch und Verbreitung erbaulicher, z. B. reformirter Schriften (bei Anzeige der kirchlichen Lehrstimmen von Krummacher), „weil das reformirte Bekenntniß nicht das der lutherischen Kirche sei,“ während sie übrigens den Nutzen dieser Schriften nicht verkennt, und kein Bedenken trägt, z. B. Monods Schriften zu empfehlen. In Beziehung auf die innern Fragen der Kirche steht sie auf Seiten der freien Bewegung in der Kirche, der Berechtigung der Laien. Ihr theologischer Standpunkt ist bei aller Bekenntnißtreue und lutherischer Rechtgläubigkeit der von Spener, Rambach ꝛc. So fest sie ihren Standpunkt hält, öffnet sie doch auch abweichenden Ansichten ihre Spalten. Sie schließt sich denen an, welche eine Belebung der Kirche durch geeignete Mittel, auch durch Kirchenzucht wünschen. Daß eine Zeitschrift, von jungen Kräften begonnen (die Herausgeber sind drei Candidaten), in ihren ersten Jahren ihre Schwächen hat, ist natürlich; es steht aber zu hoffen, daß diese mit der Zeit schwinden, und daß die Kirchenzeitung noch eine Zukunft hat. Bei dem mannichfachen Widerspruch, den die Zeitung fand, war ihre Abonnentenzahl auf die für Norwegen nicht unbedeutende Summe von 700 gestiegen. Neben diesen beiden Zeitschriften erscheint noch eine ganze Anzahl von kleinen populären Blättern, Tractatenvereine bestehen in derselben Weise, wie in Deutschland. Ein Buchhändler in Christiania hat sich ausschließend dem Verlage und Vertriebe christlicher Bücher gewidmet. An mehreren Orten, z. B. in Christiansand und Stavanger beschäftigen sich Buchdruckereien vorzugsweise mit dem Abdrucke geistlicher Bücher. Ein großer Theil dieser Literatur besteht aus Uebersetzungen aus dem Deutschen, Schwedischen, Englischen, Französischen. Werfen wir einen Blick auf den Büchermarkt der letzten Jahre, so finden wir ein ziemlich buntes Gemisch verschiedenartiger Erscheinungen. Von neuern deutschen Werken z. B. wurden übersetzt: Fr. W. Krummacher's kirchliche Lehrstimme; Löhe's Betrachtungen über die Leidensgeschichte; Westermeier's Kirchengeschichte; Hofacker's Predigten (an drei verschiedenen Orten gedruckt); G. Thomasius' Predigten; Gerlach's Bibelerklärung; Goßner's Weg zur Seligkeit, dess. Schatzkästlein; Oster's Brief über die Kindertaufe; Monod's Lucile; verschiedene der in Calw heraus⸗