# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1890_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1890. 15 „Nein, Majeſtät ſollten bedenken, daß Sie hier nicht als König handeln ſollen, ſondern als ein Chriſt, und zwar als ein hochgeſtellter, deſſen Er⸗ mahnung Gewicht hat.“ — Kommt er als König und will befehlen: „Den ſetzt mir ab, sic volo, sic jubeo“, ſo wird man ihm ſagen müſſen: „Nein, hier haſt du nichts zu befehlen, das geht dich als König nichts an.“ Will er als Gemeindeglied ſich zurückziehen und ſagt: „Da laſſe ich meine Finger davon“, ſo muß man ihm ſagen: „Nein, Sie ſind ein Chriſt; Ihnen gilt ebenſowohl wie anderen Chriſten Matth. 18., Ihnen gilt auch: „Sehet euch vor vor den falſchen Propheten; habt Acht auf die, ſo da Zertrennung und Aergerniß anrichten“, das gilt Ihnen alles ebenſowohl als Ihrem Kammerdiener und Holzſäger.“ Es hat alſo hier das Bekenntniß den vor⸗ nehmen, großen, angeſehenen „Laien“ ihre Pflicht eingeſchärft, wie ſie ſollen und können „helfen und ſchauen“, recht von der hohen Warte aus. Aber einen weiteren Anſtoß ſcheinen nun die folgenden Worte des Be⸗ kenntniſſes darzubieten, wo es heißt: „wie denn Gott zu ſolchem Amt ſonder⸗ lich die Könige und Fürſten ermahnt.“ Aha, da heißt's alſo doch „Amt“; alſo iſt es doch ihr Amt. Aber das darf uns nicht irre machen. Wir wiſſen ja, daß das Wort „Amt“ gebraucht wird von einem Dienſt, für andere inſonderheit, von einem Dienſt, der zum Wohl der Mitbrüder, der Mitchriſten geleiſtet wird. So wird auch in der Schrift dasſelbe Wort, das für Amt ſteht (diaconia), gebraucht für „Dienſt“, ſo daß man es bald mit „Amt“, bald mit „Dienſt“ überſetzen kann. Und daß es den Vätern nicht darauf angekommen iſt, das Wort „Amt“ hier zu betonen, oder es in ſeinem jetzt gewöhnlichen Sinn zu nehmen, geht daraus hervor, daß ſie in der lateiniſchen Form, die ja hier im Anhang zu den Schmalkaldiſchen Artikeln das erſte Recht, den erſten Anſpruch auf Beachtung hat, kein Wort von „Amt“ ſagen, ſondern es ſo wiedergeben: „sicut nominatim reges hortatur.“ Da iſt nichts von „Amt“, von munus oder officium, ſondern es heißt einfach und ſchlechtweg: Gott ermahnt hiezu namentlich die Könige. Gerade wie es vorhin hieß „fürnehmlich“. So daß uns alſo das Wort „Amt“ hier nicht entgegen⸗ gehalten werden kann als Beweis, daß allerdings unſere Väter den Königen auf Grund der Schrift das als ihr Amt zugewieſen hätten. Es geht dies auch hervor aus der Anführung von Pſalm 2.: „So laſſet euch nun weiſen, ihr Könige, und laſſet euch züchtigen, ihr Richter auf Erden.“ Was heißt doch das? Es iſt dort vom Königreich des Meſſias die Rede, nicht vom Reich irdiſcher Könige. Gott hat ſeinen König eingeſetzt auf ſeinem heiligen Berg Zion — das ſollen die Könige auf Erden anerkennen, ſollen ſich züch⸗ tigen laſſen durch den Heiligen Geiſt. Da iſt nirgends die Rede von einer Inſtruction, wie Könige als Könige ſich gegen die Kirche verhalten ſollen, vielmehr wird hier den Königen an's Herz gelegt, daß ſie die rechte Stellung einnehmen zu dem Könige auf dem heiligen Berge Zion. Und, wie die Könige, ſollen auch die übrigen Menſchen den Sohn küſſen, daß er nicht