# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1858_S265 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Kirche Norwegens. 265 kund gegeben hat, immer mehr zur Geltung komme, welcher namentlich vor Einer Verirrung warnt, nicht jede Predigt, die nicht ein bestimmtes Gepräge trägt, für geistlich todt und die Predigt der im Amte stehenden „Priester,“ wie es noch hie und da von Ueberspannten geschieht, von vorn herein mit Mißtrauen anzusehen. 3. Die innere Mission. Die Frage, wie christlicher Sinn unter dem Volke zu wecken und zu verbreiten sei, war hin und her auf christlichen Versammlungen Gegenstand der Besprechung. Den Anfang mit der Organisation eines eigentlichen innern Missionsvereins machte Skia, eine Stadt, welche durch den Umfang, welchen die geistliche Erweckung gewonnen, eine nicht unbedeutende Stelle einnimmt. Der Verein constituirte sich den 8. August 1853. Die Mitglieder des Vereins verpflichteten sich zu einem festen jährlichen Beitrage, welcher dazu verwandt werden sollte, die heil. Schrift und andere kleinere religiöse Schriften, welche aber nichts Sectirisches, sondern nur die klaren Heilswahrheiten enthalten sollten, unter dem Volke zu verbreiten und dazu auch Colporteure zu verwenden, wenn taugliche, fromme Männer dazu sich fänden. In Christiania wurde die Angelegenheit gleichfalls angeregt und namentlich von Lector Johnson das Recht und die Pflicht der Liebe hervorgehoben, bei den auch in der Hauptstadt sich vorfindenden betrübenden Zuständen helfend einzugreifen, nur daß es geschehe im Zusammenhalten mit dem Kirchenregiment und übereinstimmend mit dem reinen evangelisch⸗lutherischen Lehrbegriff. Die entworfenen Statuten wurden durch Johnson, als einstweiligen Vorstand (er wurde später Präses des gewählten Vorstandes) der Geistlichkeit zur Begutachtung mitgetheilt, welche die Sache wohlwollend aufnahm, wenn sie auch „als von Amtswegen schon zu der Wirksamkeit verpflichtet, welche die innere Mission bezwecke,“ einen äußern Anschluß (den auch der Verein nicht im Auge hatte), ablehnte. Der Verein constituirte sich am 22. Januar 1855 unter einem Vorstande von 14 Gliedern, welchem auch 3 Geistliche und die beiden Universitätslehrer Johnson und Caspari angehörten. Die Wirksamkeit sollte sich nicht allein auf Verbreitung der Bibel und anderer Schriften, sondern auch auf Bibelerklärungen und andere zur Erweckung und Belehrung dienende Vorträge erstrecken. Seitdem bestehen an verschiedenen Orten im Lande derartige Vereine. 4. Die Presse. Eine „theologische Zeitschrift“ bestand seit 1846, und gab außer Nachrichten aus dem In- und Auslande auch Abhandlungen über wichtige Gegenstände. Diese hörte 1857 mit ihrem 7. Bande in bisheriger Weise auf, und an ihre Stelle tritt eine von Caspari, Johnson und Nissen redigirte „theologische Zeitschrift für die evangelisch⸗lutherische Kirche in Norwegen,“ welche ihr erstes Heft mit dem Anfange einer grundgelehrten geschichtlichen Abhandlung von Caspari über die Entstehung und Ausbildung des apostolischen Symbolums (in polemischer Tendenz gegen den Grundtvigianismus) beginnt. Sie will zur Kräftigung und Erbauung der lutherischen Kirche durch Be⸗