# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1890_S6 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 6 Verhandlungen der dreizehnten Verſammlung Synodalconferenz iſt, einmal eingehend über die weltliche Obrigkeit, ihre Stiftung, Stellung, Gewalt, Befugniſſe, Wirkungskreis, Zweck und unſer Verhältniß zu derſelben, als chriſtliche Unterthanen, handeln. Dieſes wird uns großen Gewinn eintragen; dadurch werden viele Anſchuldigungen gegen uns widerlegt, viele Mißverſtändniſſe und Unklarheiten über uns und un⸗ ſere Stellung aufgehellt und weggeräumt, auch wir ſelber in dieſer Lehre mehr gegründet und in dem uns aufgenöthigten Kampfe geſtärkt und er⸗ muthigt werden. Die Lehre von der Obrigkeit. Theſis I. Die Obrigkeit iſt von Gott geſtiftet und deshalb eine Ord⸗ nung Gottes, wie auch immer ihre jedesmalige Form ſein möge. Die Obrigkeit iſt von Gott geſtiftet. Das iſt klare Lehre der Schrift. Sitz derſelben iſt Röm. 13, 1—7.: „Jedermann ſei unterthan der Obrig⸗ keit, die Gewalt über ihn hat. Denn es iſt keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit iſt, die iſt von Gott geordnet.“ Achtet man auf den Grundtext: ἐξουσίαις ὑπερεχούσαις, super eminere, über andere hervorragen, über anderen ſein — ſo tritt dies noch mehr hervor. Ἐξουσίαι, Gewalten, Vollmachten, denen ſich alles beugt. Das kommt aber nicht von Menſchen, aus ſich, ſondern von Gott. Kein Menſch hat aus ſich Gewalt über andere. Joh. 19, 11.: „JEſus antwortete: Du hätteſt keine Macht über mich, wenn ſie dir nicht wäre von oben herab gegeben. Darum, der mich dir hat überantwortet, der hat es größere Sünde.“ Die ἐξουσία iſt dir ἄνωθεν gegeben. Das ſagt der HErr JEſus zu einem heidniſchen Land⸗ pfleger; das kann auch der Heide verſtehen, daß die obrigkeitliche Gewalt von oben herab gegeben iſt. Col. 1, 16.: „Denn durch Ihn iſt Alles geſchaffen, das im Himmel und auf Erden iſt, das Sichtbare und das Unſichtbare, beides die Thronen und Herrſchaften, und Fürſtenthümer, und Obrigkeiten; es iſt Alles durch ihn und zu Ihm geſchaffen.“ Schon im Alten Teſtament heißt es Spr. 8, 15.: „Durch mich regieren die Könige und die Rathsherrn ſitzen im Rath.“ Dan. 2, 37.: „Du König biſt ein König aller Könige, dem Gott vom Himmel Königreich, Macht, Stärke und Ehre gegeben hat.“ Gott iſt das Haupt der Obrigkeit: Col. 2, 10.: „Und ihr ſeid vollkommen in Ihm, welcher iſt das Haupt aller Fürſtenthümer und Obrigkeit.“ — Die Obrigkeit muß Gott dienen: