# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1858_S263 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Kirche Norwegens. 263 Elbing Eielsen, jetzt in Amerika einer Gemeine norwegischer Emigranten dienend, ein Fischer Torsten Redal (†1835), und Mads Wefring, jetzt residirender Kaplan zu Skien. Der Letztgenannte zog in sehr jugendlichem Alter predigend umher, studirte erst später Theologie und hat auch als Prediger eine innige weckende und zum Herrn lockende Stimme beibehalten. Die Berechtigung der Laien, in Versammlungen erbauliche Vorträge zu halten, war auf mehreren Laienzusammenkünften Gegenstand ernster Besprechungen. Als Gründe dafür wurden angeführt, das geistliche Priesterthum, welches allen Christen ja Recht und Pflicht gebe, die Tugenden des Herrn zu verkündigen, die Pflicht des Christen überhaupt zu bekennen und zu zeugen, die Pflicht der Liebe, den Nächsten zu erbauen, die Beispiele mancher Laien aus der apostolischen Zeit, Stephanus, Apollo's, manche einzelne Stellen aus 1 Kor. 14., und dann der Nothstand der Kirche, da es theils an geistlichen Kräften fehle, theils von manchen Predigern das Wort nicht rein und lebendig verkündigt werde. Hingewiesen wurde auf den an sich ganz richtigen Satz, daß die Ordination nicht den Prediger schaffe, sondern daß die Predigt der Ausfluß des wiedergebornen gläubigen Herzens sein müsse. Dabei verbarg man sich keineswegs die Gefahren und Bedenklichkeiten man verkannte nicht, wie der Drang oft ein fleischlicher sei, wie Hochmuth, sich leicht einmischen könne, wie eine verworrene Predigt leicht Unheil anrichten könne und auch wohl angerichtet habe, wie eine Prüfung und Ueberwachung, wie irgend ein äußerer Beruf nöthig sei, und machte verschiedene Vorschläge zu einer Organisation der Laienthätigkeit, etwa durch Verbindung mit der innern Mission, deren Vereine sich der Sache annehmen könnten. Auch bei den Haugeanern hatte man das schon gefühlt, und eine gewisse Ordnung in die Sache gebracht. Namentlich wurden Neuerweckte, welche einen Drang zum Predigen zeigten, erst unter Aufsicht Aelterer gestellt und zu leiblicher Arbeit angehalten, damit sie nüchtern sich vorbereiten und läutern sollten. Auch wurde es nothwendig anerkannt, daß das geistliche Amt nicht umgangen, sondern diesem Anzeige gemacht würde, damit es die nöthige Controle ausüben könne, und für wünschenswerth hielt man es, wenn Laien und Geistliche in Einigkeit zusammenwirken könnten. Die Ansichten der Geistlichen sind darüber verschieden. Mehrere sind mit den Laien einverstanden, und ich hörte äußern, daß dem Prediger eine solche Hülfe willkommen sein müsse, daß die Kirche von den Katholiken lernen müsse, sich darbietende geistliche Kräfte der Laien zu benutzen und in ihren Organismus aufzunehmen. Andere erkannten wenigstens an, daß der Nothstand der Kirche dazu rathe, den Laien ein gewisses Recht einzuräumen. Andere freilich wollten auch das nicht anerkennen, und meinen, man wolle so voreilig und eigenwillig dem Herrn zu Hülfe kommen, dessen Sache allein es sei, dem geistlichen Mangel abzuhelfen. Freilich ist deren Widerspruch machtlos, da kirchengesetzlich die Laienpredigt nicht zu hindern ist. In der theologischen Facultät sind wenigstens einige Stimmen der Zulässigkeit einer in