# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S44 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 44 Verhandlungen der zwölften Verſammlung wiederholten Bitten der Neger nachgeben, zumal ſie verſicherten, ſie hätten in der Zwiſchenzeit vergeblich geſucht, in irgend einer der vorhandenen Kirchen eine Lehre zu finden, dadurch ſie ihrer Seligkeit ſo gewiß werden könnten und die ſo klar und überzeugend ſei, wie die in jener Sonntags⸗ ſchule. In Gottes Namen fing daher Prof. Wyneken im November 1886 erſt Sonntagsſchule und im Januar 1887 auch Predigt für Neger in der Aula des Concordia⸗Seminars an. Im Februar 1887 miethete er ein Haus, in welchem durch Studenten Wochenſchule für Negerkinder gehalten wurde. Einige Studenten leiſteten ihrem Profeſſor in dieſer Miſſions⸗ arbeit freundliche Hilfe, wie dieſes alles in der „Miſſionstaube“ ausführ⸗ licher berichtet iſt. Gegen Ende des vorigen Jahres, da, ſoweit Menſchen ſehen konnten, der Beſtand dieſer Miſſion geſichert ſchien, übernahm die Commiſſion dieſelbe auf Wunſch Herrn Prof. Wynekens, jedoch unter der Bedingung, daß Letzterer ferner die Aufſicht und Leitung behalte, bis es möglich ſein würde, auch hier einen Miſſionar zu ſtationiren. Bereits im Monat März ſind 6 Erwachſene confirmirt worden und haben ſich zu einer lutheriſchen Gemeinde conſtituirt mit 12 Seelen und 6 communicirenden Gliedern. Die Gottesdienſte wurden durchſchnittlich von 22 Erwachſenen, zuweilen auch von der mehr als doppelten Zahl beſucht. Getauft wur⸗ den 26, die Sonntagsſchule hatte 80, die Wochenſchule 31 Schüler. Im beſonderen Unterricht befanden ſich Ende Juni noch 11, und die kleine Gemeinde zählte 19 Seelen. Da zu einer ferneren erfolgreichen Betreibung dieſer Miſſion die Beſchaffung eines gelegenen Miſſionseigenthums unbe⸗ dingt nöthig iſt, und ein paſſender Bauplatz für $900.00 zu haben war, ſo erſtand die Commiſſion denſelben. Die Neger verſprachen, die Summe nach und nach abzuzahlen; allein nach den bis jetzt bei den Negern ge⸗ machten Erfahrungen können wir darauf wenig rechnen. Die Commiſſion übernahm es, die Miethe für das für Schulzwecke gebrauchte Haus ($10.00 monatlich) und eine Gratification für den als Lehrer fungirenden Stu⸗ denten zu entrichten. Da wir Herrn Prof. Wyneken die aufreibende Miſſionsarbeit neben ſeinem Amte an der Anſtalt nicht länger zumuthen konnten, ſo wurde mit Berückſichtigung der Bitten der Neger der Student Herr H. Knabenſchuh vom Predigerſeminar in Springfield zum Miſſionar der dortigen Negermiſſion berufen, zu welchem Werk er große Liebe und Geſchick gezeigt hatte. Da traf unſer Seminar in Springfield und zugleich unſere Neger⸗ miſſion daſelbſt eine ſchwere Heimſuchung Gottes. Student Knabenſchuh beſuchte einen am Nervenfieber erkrankten Negerknaben. Sechs Wochen ſpäter erkrankte er ſelbſt an dieſer Krankheit, lag aber nicht im Seminar, ſondern in der Negerſchule. Einige Studenten aus dem Seminar beſuch⸗ ten und pflegten ihn. Später brach die Krankheit im Seminar in ſolchem Maße aus, daß die Anſtalt geſchloſſen werden mußte und mehrere Stu⸗ denten ſtarben. Die ſich ab und zu zu den Gottesdienſten haltenden Neger