# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1888. 35 dern, ſo lange es geht, der Liebe nach alles zum Beſten kehren. Liegen wirkliche Anſtöße vor, die der Abſtellung bedürfen, ſo ſoll es der Liebe ge⸗ mäß und in der von uns vereinbarten Weiſe geſchehen. Ein vortreffliches Mittel, die Einigkeit zu bewahren, wird auch dies ſein, daß wir uns auf den Endzweck beſinnen, zu dem wir als Einzelne und als Synoden geſetzt ſind. Wie kein einzelner Chriſt, ſo ſoll auch keine Synode ſich ſelber leben, ſondern nur Chriſto, nämlich Seelen zu gewinnen für Chriſtum und ſein Reich. Wir ſollten ſprechen: Verflucht ſei jede ſynodale Thätigkeit, die nicht dieſen Zweck allein im Auge behält, Seelen ſelig zu machen. Apologie, Müller, S. 126: „Daß der Apoſtel nun ſagt: ‚Die Liebe iſt das Band der Vollkommenheit‘ (Col. 3, 14.), das iſt: ſie bindet, füget und hält zuſammen die vielen Gliedmaß der Kirche unter ſich ſelbſt. Denn gleichwie in einer Stadt oder in einem Hauſe die Einigkeit dadurch erhalten wird, daß Einer dem Andern zu gute halte, und kann nicht Friede noch Ruhe bleiben, wo nicht Einer dem Andern viel verſiehet, wo wir nicht einander tragen: alſo will Paulus da vermahnen zu der chriſtlichen Liebe, daß Einer des Andern Fehle und Gebrechen dulden und tragen ſoll, daß ſie einander vergeben ſollen, damit Einigkeit erhalten werde in der Kirche, damit der Chriſtenhaufe nicht zerriſſen, zertrennet werde und ſich in allerlei Rotten und Secten theilen, daraus denn großer Unrath, Haß und Neid, allerlei Bitterkeit und böſe Gift, endlich öffentliche Ketzerei erfolgen möchten. — Denn die Einigkeit kann nicht bleiben, wenn die Biſchöfe ohne alle Ur⸗ ſache zu ſchwere Bürden auflegen dem Volk. Auch werden daraus leicht⸗ lich Rotten, wenn das Volk auf's geſchwindeſte alles will meiſtern und ausecken an der Biſchöfe oder Prediger Wandel und Leben, oder wenn ſie alsbald der Prediger müde werden, etwa um eines kleinen Gebrechens willen; da folget viel groß Unraths. Alsdenn bald ſuchet man aus der⸗ ſelbigen Verbitterung andere Lehrer und andere Prediger. Wiederum wird erhalten Vollkommenheit und Einigkeit, das iſt, die Kirche bleibt unzer⸗ trennet und ganz, wenn die Starken die Schwachen dulden und tragen, wenn das Volk mit ſeinen Predigern auch Geduld hat, wenn die Biſchöfe und Prediger wiederum allerlei Schwachheit, Gebrechen dem Volk nach Gelegenheit wiſſen zu gute zu halten. — Denn wir müſſen einander viel vergeben und für gut halten um Einigkeit willen.“ Gerhard ſagt: „Es iſt gottlos, einen Rechtgläubigen darum, weil er ſich in einer Lehrſache auf unbequeme Weiſe ausgedrückt hat, einen Irr⸗ lehrer zu heißen.“ Concordienformel, Müller, S. 557: „Der allmächtige Gott und Vater unſers HErrn JEſu verleihe die Gnade ſeines Heiligen Geiſtes, daß wir alle in ihm einig ſeien und in ſolcher chriſtlichen und ihm wohl⸗ gefälligen Einigkeit beſtändiglich bleiben. Amen.“