# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 34 Verhandlungen der zwölften Verſammlung immer größerer Gewiſſenhaftigkeit gebraucht und unſere Leſer angeleitet werden, in unſern Veröffentlichungen nicht intereſſante geiſtliche Unter⸗ haltungslectüre, ſondern nichts Anderes, als Reinheit, Gründlichkeit und Entſchiedenheit im Lehren und Wehren, kein Huren mit dem Zeitgeiſt, kein Liebäugeln mit der Irrlehre, kein Anſehen der Perſon zu ſuchen. Unſere Synodalwächter aber, unſere Präſides, müſſen fortfahren, nicht ſowohl Wächter menſchlicher Ordnungen, als vielmehr Wächter über die Reinheit der Lehre und Erkenntniß zu ſein.“ (Aus „Reine Lehre und Erkenntniß eine freie Gabe der göttlichen Gnade“, Predigt über 1 Cor. 1, 4. 5.) Wollen wir die Einigkeit im Glauben bewahren, ſo dürfen wir freilich kein Stück der geoffenbarten Lehre preisgeben. Nun iſt aber ferner wohl zu beachten, daß der Apoſtel Eph. 1, 3. ſagt: „Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geiſt durch das Band des Friedens.“ Die Einigkeit im Geiſt kann nur durch das Band des Friedens bewahrt bleiben. Sind die in Einigkeit des Glaubens Stehenden nicht wahrhaft friedlich, ſondern zänkiſch geſinnt, laſſen ſie nicht in allem, was nicht den Glauben betrifft, die Liebe walten, ſo wird die Einigkeit im Glauben nicht lange beſtehen. Luther: „Da, wo die Liebe nicht iſt, kann auch die Lehre nicht rein bleiben.“ Worin hauptſächlich ſoll ſich die Liebe erweiſen? Wir ſollen nicht um Worte zanken. Dieſe Ermahnung des Apoſtels wird ja in unſerer Zeit viel gemißbraucht. Man nennt es um Worte zanken, wenn wir an allen Worten Gottes feſthalten wollen. In dieſem Sinn wollen wir um Worte zanken, damit uns einſt von unſerm Heiland das Lob zu Theil werde, daß wir ſein Wort hochgehalten haben. Aber wir wollen nicht um Dinge ſtreiten, die nicht in Gottes Wort gefordert und inſofern gleichgültig ſind. Wir wollen ferner, wenn wir an einander Kritik üben müſſen, dies nicht in verletzender Weiſe thun. Treue gegen Gottes Wort läßt ſich ſehr wohl mit liebevoller Rückſichtnahme verbinden. Ueben wir an einander liebevolle Kritik, ſo wird dies durch Gottes Gnade ein Mittel ſein, die Einigkeit des Glaubens zu bewahren. Ueben wir an einander Kritik in verletzender, rückſichtsloſer Weiſe, ſo wird das ein Mittel ſein, unſere Einigkeit im Glauben zu zerſtören. Die Kirchengeſchichte liefert Beweiſe genug dafür, daß Ketzereien von Solchen aufgebracht wurden, die zunächſt nur perſönlich verbittert waren. Unſer Fleiſch iſt ſehr böſe und der Teufel immer darauf bedacht, daraus Kapital zu ſchlagen. Sind wir von einem Bruder verletzt worden und hat ſich unſer Herz von ihm abgewendet, ſo ſind wir geneigt, an ihm allerlei zu ſuchen, zu bejahen, was er verneint, zu verneinen, was er bejaht. So iſt der Boden ſchon bereitet zur Irrlehre und zu Spaltungen. Die Apologie ſagt: „Es ſind viel Ketzereien daher erwachſen, daß Prediger auf einander ſind verbittert worden.“ Bei aller Sorgfalt, Anſtöße zu vermeiden, werden dieſe nicht ganz ausbleiben. Wir haben alle noch das Fleiſch an uns. Aber wenn An⸗ ſtöße kommen, ſollen wir nicht alsbald dem Mißtrauen Raum geben, ſon⸗