# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1888. 33 ben in allen Artikeln der uns in Gottes Wort vorgegebenen Lehre? Wollten wir in unioniſtiſcher Weiſe dieſe oder jene Lehre des Wortes Gottes preisgeben, wollten wir unter dem Vorwande, die Liebe walten laſſen zu müſſen, Irrthümern in der Lehre Heimathsrecht unter uns ge⸗ ſtatten, ſo würde bei allem äußeren Zuſammenſtehen und Zuſammenarbeiten, an die Stelle der gottgewollten Einigkeit ein Afterbild derſelben treten. Die Einigkeit im Glauben iſt auf's höchſte bedroht, ſobald Gleichgültigkeit gegen falſche Lehre einreißt. Und ſie iſt ſofort zerſtört, ſobald ein Theil falſche Lehre annimmt und feſthält. Darum dürfen wir nicht vergeſſen, was die Conſtitution der Synodalconferenz auch als Zweck und Ziel der⸗ ſelben nennt: „gegenſeitige Stärkung im Glauben und Bekenntniß“, „För⸗ derung der Einigkeit in Lehre und Praxis“. Das geſchieht, wenn Jeder Acht hat zunächſt auf ſich ſelbſt, daß er in allen Stücken bei Gottes Wort bleibe, und dann auch in brüderlicher Liebe auf ſeine Glaubensgenoſſen ſieht, ob ihre Lehre und Praxis mit Gottes Wort übereinkomme. Schon darum ſollten wir dieſe äußere Verbindung der Synodalconferenz erhalten, damit wir einander ſtärken können im rechten einigen Glauben. Die Glaubenseinigkeit, wie Gott ſie uns verliehen hat, iſt gar ſelten in der Welt. Darum ſollen wir ſie mit allen von Gott gegebenen Mitteln und auf's ſorgfältigſte pflegen. Hier wurde folgendes Citat aus einer Predigt des ſeligen Dr. Walther verleſen: „Wollen wir aber, daß uns unſer Kleinod bewahrt bleibe, ſo muß ein Jeder in ſeinem Stand und Beruf dazu Hand an's Werk legen, und alle unſere kirchlichen Inſtitute müſſen dazu helfen. Ihr Väter und Mütter müßt ſchon in eurem Haus den Grund legen und frühzeitig euren Kindern reine Lehre und Erkenntniß und innige Liebe dagegen, ſowie Scheu vor aller Irrlehre einflößen. Ihr Schullehrer aber müßt in euren Schulen dieſes Werk des Hauſes treulich fortſetzen oder, wo es noch nicht begonnen iſt, mit deſto brennenderem Eifer beginnen und euch ſo nicht als Hinderer, ſondern als wahre Gehülfen des heiligen Predigtamtes erweiſen. Ihr Prediger müßt euch nicht damit be⸗ gnügen, daß ihr gebet, was ihr gerade habt, ſondern zugleich Tag und Nacht anhalten mit Leſen und Forſchen, um immer reicher an Lehre und Erkenntniß, immer mächtiger in Widerlegung des Irrthums und dabei immer brünſtiger zu werden in dem Werk des HErrn. Bedenket: jedes Stillſtehen iſt hier Rückſchritt; nicht mehr wachſen iſt hier Sterben. Wir Profeſſoren an unſern Anſtalten zu Erziehung von Dienern in Schule und Kirche müſſen unabläſſig darauf denken, unſere Anſtalten zu wahren Pro⸗ phetenſchulen und zu hohen Leuchtthürmen des Landes zu machen, in denen lieber alles Andere fehle, nur nicht das Licht der reinen Lehre der Apoſtel und Propheten. Schon unſer Gymnaſium muß mit höchſtem Ernſt darauf vorbereiten. Hierzu müſſen wir auch immer ſorgſamer und eifriger unſere Paſtoralconferenzen und Synoden auskaufen. Dazu müſſen unſere Zeit⸗ ſchriften und überhaupt das uns zu Gebote ſtehende Mittel der Preſſe mit