# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Verhandlungen der zwölften Verſammlung Seelen in der rechten Hochachtung vor Gottes Wort erhalten, ſo daß ſie ein feſtes Wort Gottes behalten für die Stunde der Anfechtung und des Todes. Wer lüderlich mit Gottes Wort umgeht, der mag wohl zuſehen, ob der Teufel ihm an dem böſen Tage nicht auch das Wort wankend macht: „Das Blut JEſu Chriſti, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.“ Der Teufel kann ihm zuflüſtern: Haſt du andere Worte der Schrift preisgegeben, wie weißt du denn, daß dies Wort feſtſteht? Wir ſtehen in einer Gemeinſchaft, welche das ganze Wort Gottes, die ganze Offenbarung feſthält, in welcher für die Seelen recht geſorgt wird, in welcher Gott die Ehre gegeben wird, die ihm gebührt. Welch ein Gut iſt uns damit zu Theil geworden! Wir können es nicht genugſam preiſen. Dies Gut iſt uns durch die freie Gnade Gottes verliehen. Im Reiche Gottes gilt nur Gnade. So haben wir uns auch nicht ſelbſt zu dem einen rechten Glauben zuſammengefunden. Auch hier gilt das Wort: „Welchem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig“, und: „So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, ſondern an Gottes Erbarmen.“ Gott iſt es, der uns den Sinn gegeben hat, daß wir nicht mit dem unio⸗ niſtiſchen Strom der Zeit ſchwimmen, ſondern das ganze Wort Gottes hochhalten und im Glauben annehmen. Gott iſt es, der uns die Erkennt⸗ niß gegeben hat, daß wir uns nicht durch das unioniſtiſche Gerede von Liebe und Frieden wankend machen laſſen, ſondern wiſſen, daß das erſte Stück der Liebe gegen Gott und Menſchen dieſes iſt, daß wir an Gottes ganzem Wort feſthalten und Gottes ganzes Wort bezeugen. Nun gilt es aber auch, dies hohe Gut zu pflegen und zu be⸗ wahren. Dazu fordert uns Gottes Wort ausdrücklich auf. Eph. 4, 3.: „Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geiſt durch das Band des Frie⸗ dens.“ In dieſem Schriftwort iſt zweierlei geſagt: 1. was wir „halten“ ſollen, 2. wie dies Halten geſchehen möge. Wir dürfen nicht vergeſſen: Was erhalten werden ſoll, iſt die Einigkeit im Geiſt, die vom Heiligen Geiſt gewirkte Einigkeit im Glauben, wie der Apoſtel nachher aus⸗ drücklich hinzuſetzt: „ein Glaube, eine Taufe.“ Wir dürfen keinen andern Begriff von Einigkeit unter uns aufkommen laſſen als den ſchrift⸗ gemäßen der Einigkeit im Glauben, der Uebereinſtimmung in allen Artikeln der chriſtlichen Lehre. Zwar iſt unter den Zwecken der Synodal⸗ conferenz „die Anſtrebung einer Abgrenzung der Synoden nach territorialen Grenzen“ genannt. Aber das iſt, wie wir geſehen haben, nicht ein unter allen Umſtänden nothwendiger Ausdruck der inneren Glaubenseinigkeit. Unter den Zwecken der Synodalconferenz iſt ferner genannt „gemeinſchaft⸗ liche Thätigkeit für gemeinſame Zwecke“. Wir ſind ja auch ſchon gemein⸗ ſam thätig in der Neger⸗Miſſion und der Immigranten⸗Miſſion. Aber was wäre alle äußere Abrundung nach territorialen Grenzen und alles äußere Zuſammenwirken in kirchlichen Werken, wenn unſer Aller Glaube nicht recht abgerundet bliebe nach Gottes Wort, wenn wir nicht einig blie⸗