# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1888. 31 iſt es, wenn man's recht bedenkt, erſchrecklich, auch nur aus Schwachheit in einigen Artikeln der chriſtlichen Lehre zu irren und in dieſer Schwach⸗ heit die Gemeinſchaft derer zu ſtärken, welche Theile der göttlichen Wahrheit leugnen, ja, als Irrthum bezeichnen. Es iſt ſchrecklich, auch nur aus Un⸗ wiſſenheit in den Reihen derer ſich aufzuhalten, welche die Bekenner der göttlichen Wahrheit angreifen, bekämpfen, ja verfolgen. Ein Beiſpiel iſt St. Paulus. Wiewohl Paulus aus Unwiſſenheit die Bekenner der chriſt⸗ lichen Wahrheit verfolgt hatte, ſo ſchmerzte ihn das doch, als er zur Er⸗ kenntniß gekommen war, ſo ſehr, daß er ſprach: „Ich bin der geringſte unter den Apoſteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apoſtel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe“ (1 Cor. 15, 9.). Die Chriſten in den irrgläubigen Gemeinſchaften ſind daher zu bedauern, daß ſie in Unwiſſenheit wider die göttliche Wahrheit ſtehen. Jeder Chriſt, der in der rechtgläubigen Kirche ſich befindet, ſollte Gott danken, daß er ihn in dieſe Gemeinſchaft geführt hat, und er ſollte täglich zu Gott flehen, daß er ihn in dieſer Gemeinſchaft erhalten und nicht in die Gemeinſchaft derer gerathen laſſen wolle, welche Theile der geoffenbarten göttlichen Wahrheit leugnen. Sodann: auch in irrgläubigen Gemeinſchaften können, wie wir zu⸗ geben, noch Menſchen ſelig werden, aber nicht inſofern hier Gottes Wort gefälſcht und verleugnet wird, ſondern inſofern hier noch weſentliche Stücke der göttlichen Wahrheit gelehrt werden und der Heilige Geiſt in großer Treue die Seelen bewahrt, daß die daneben gepredigten Irrthümer den Glauben nicht austreiben. Alle falſche Lehre wirkt ertödtend, zerſtörend, hindernd in Bezug auf das geiſtliche Leben. Jede Kirchengemeinſchaft, inſofern ſie falſche Lehre führt, iſt eine verderbliche Secte. Wie werden z. B. die Chriſten unter den Methodiſten durch die methodiſtiſche falſche Lehre von den Kennzeichen des Gnadenſtandes gemartert! Ganz anders in der rechtgläubigen Kirche. Hier haben die Seelen nur Förderung auf dem Wege zum Leben, ſofern die kirchliche Gemeinſchaft in Betracht kommt. Hier wird das Geſetz in ſeiner ganzen Schärfe gepredigt, und ſo werden hier die Seelen recht gedemüthigt. Hier werden aber auch die zerſchlagenen Herzen wieder recht aufgerichtet und mit beſtändigem Troſt erfüllt, indem das Evangelium von der allgemeinen, freien Gnade Gottes in Chriſto un⸗ verfälſcht verkündigt wird. Hier werden die Seelen nicht gewieſen auf eigene Würdigkeit, ſondern direct auf die Gnade Gottes, die Chriſtus allen Sündern erworben hat und nun allen Sündern durch die Gnadenmittel darreicht, ſo daß es nur des Glaubens bedarf, um die Gnade und Seligkeit zu beſitzen und des Gnadenſtandes gewiß zu werden. Es wird alſo allein in der rechtgläubigen Kirche ſo für die Seelen geſorgt, wie Gott für ſie ge⸗ ſorgt haben will. Ferner: dadurch, daß in der rechtgläubigen Gemeinſchaft alle Irrlehre, jedes Abgehen von Gottes Wort mit allem Ernſt geſtraft wird, werden die