# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 30 Verhandlungen der zwölften Verſammlung wir einem Reformirten, den wir der Liebe nach für einen Chriſten halten, die Sacramentsgemeinſchaft verweigern? Wir haben gegen einen ſolchen Chriſten in der reformirten Gemeinſchaft Mehreres, das nach Gottes Wort abgethan werden muß, ehe wir ihn zum Sacrament zulaſſen dürfen. Ein⸗ mal hat er gar nicht die rechte Lehre vom heiligen Abendmahl; er kann nicht, was der Apoſtel 1 Cor. 11, 29. fordert, den Leib des HErrn unter⸗ ſcheiden; ſchon deshalb können wir ihn nicht zu unſerem Sacrament laſſen. Doch wir ſetzen den Fall, es wäre ein Solcher, der für ſeine Perſon in der Lehre vom Abendmahl mit uns einig iſt: dann haben wir noch etwas An⸗ deres gegen ihn. Er ſteht in einem feindlichen Lager, in einem Lager, welches fortwährend Bomben in das Lager der rechtgläubigen Kirche wirft. Die reformirte Gemeinſchaft als ſolche iſt im Kriege mit der rechtgläubigen Kirche wider Gottes Willen; ſie iſt in manchen Stücken in Rebellion gegen Gott, wie er ſich in ſeinem Wort offenbart hat. Darum müſſen wir dieſem Chriſten ſagen: „Du, mein Lieber, ſtehſt im fremden Lager und darum auf geſpanntem Fuße mit der Kirche Gottes hier auf Erden. Dieſe Stellung mußt du erſt aufgeben; dann kannſt du zum Abendmahl mit uns gehen.“ Wir laſſen niemand bei uns zum Abendmahl gehen, der in Unverſöhnlich⸗ keit gegen ſeinen Bruder lebt, oder der Gemeinde ein öffentliches Aergerniß gegeben hat. Ebenſo dürfen wir auch niemand zulaſſen, der dadurch ein Aergerniß gibt, daß er in der Irrthümer bekennenden und die Wahrheit bekämpfenden reformirten Gemeinſchaft ſteht. — So ſollen wir auch han⸗ deln mit ſchwachen Lutheranern, z. B. denen im General Council. Dort ſind gewiß auch einzelne Perſonen, ja Gemeinden, die mit uns im Glauben einig ſind. Und doch können wir mit ihnen keine glaubensbrüderliche Gemeinſchaft pflegen, weil die Körperſchaft, der ſie angehören, ſich noch nicht in allen Stücken, die ein offenes Bekenntniß fordern, klar ausge⸗ ſprochen hat. Aber unſer Ziel ſoll es ſein, auch mit dieſer Gemeinſchaft zu der völligen Einigkeit, der Einigkeit in der Wahrheit, zu kommen. Das iſt der unioniſtiſche Irrthum, daß man glaubensbrüderliche Einigkeit durch Zudecken der Uneinigkeit herzuſtellen meint. Theſis V. Die in Einigkeit des Glaubens Stehenden ſollten dieſe als ein überaus herrliches, von der freien Gnade Gottes verliehenes Gut mit allem Fleiß pflegen und zu bewahren ſuchen. Es iſt etwas überaus Herrliches, in einer Gemeinſchaft zu ſtehen, die, dem Willen Gottes gemäß, das ganze Wort Gottes annimmt und alle Artikel des in der heiligen Schrift geoffenbarten Glaubens bekennt. Gottes geoffenbartes Wort iſt Gottes Name, Gottes Ehre. Wo man daher das ganze Wort annimmt, da wird Gott die Ehre völlig gegeben. Dagegen