# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S27 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1888. 27 Auch ſchärft Luther gewaltig ein, daß man nicht im Namen der Liebe ein Nachlaſſen von Gottes Wort fordern dürfe. Er ſchreibt: „Wir ſind wahrlich bereit und willig, Friede und Liebe ihnen zu erzeigen, doch ſofern ſie uns die Lehre des Glaubens unverletzt und unverfälſcht laſſen. Wo wir ſolches bei ihnen nicht erhalten können, iſt's vergebens, daß ſie die chriſtliche Liebe ſo hoch rühmen. Verflucht ſei die Liebe in den Abgrund der Höllen, ſo erhalten wird mit Schaden und Nachtheil der Lehre vom Glauben, der billig alles zumal weichen ſoll. . . . Darum geben ſie damit, daß ſie die Sache ſo gering und leicht achten, genugſam zu verſtehen, was ſie von der Majeſtät und Herrlichkeit des göttlichen Worts halten. . . . Wo ſie ernſtlich und von Herzen glaubten, daß es Gottes Wort wäre, würden ſie damit nicht ſo leichtfertig ſcherzen und ſpielen, ſondern es in höchſten Ehren halten und ohne allen Zweifel und Disputation glauben, was es ihnen ſagt und fürhält, würden auch wiſſen, daß ein Wort Gottes alle, und wiederum alle Gottes Wort eins wären, würden wiſſen, daß alle Artikel unſeres chriſt⸗ lichen Glaubens einer wären, und wiederum, daß einer alle wäre, und wo man einen fahren läßt, daß gewiß die andern alleſammt mit der Zeit ein⸗ zelich hinnachfallen, denn ſie hangen alle an einander und gehören zuſam⸗ men. . . . Dies habe ich mit vielen Worten geſagt, die Unſern feſt zu machen und die Andern zu lehren, welche ſich vielleicht ärgern mögen an unſerer Beſtändigkeit und denken, wir wären ſonſt ſo ſteif und trotzig und kein er⸗ hebliche Urſache dazu hätten. Darum ſoll's uns gar nichts irren, wie gerne ſie die Liebe und Einigkeit unter uns und ihnen erhalten wollten, und wie herzlich wehe es ihnen thue, daß ſie zertrennet werden ſoll. Denn wer Gott und ſein Wort nicht lieb hat und ehret, dem iſt's nicht geholfen, er liebe ſonſt, was er wolle. Darum vermahnt St. Paulus mit dieſem Spruch beide Lehrer und Zuhörer, daß ſie nicht denken ſollen, als wäre die Lehre des Glaubens ſo eine geringe und leichte Sache, daß wir damit ſpielen und kurzweilen möchten, unſeres Gefallens; ſie iſt ein Sonnenglanz, der vom Himmel herabkommt und uns erleuchtet, entzündet und regieret. Gleich⸗ wie aber die ganze Welt mit aller ihrer Weisheit und Gewalt den Sonnen⸗ glanz, ſo vom Himmel herab ſtracks auf die Erde gehet, nicht lenken kann, alſo kann man der Lehre des Glaubens nichts weder ab⸗ noch zuthun, man wolle ſie denn ganz und gar verkehren.“ (Zu Gal. 5, 9.) Theſis IV. Die nothwendige äußere Bezeugung der Einigkeit im Glauben beſteht darin, daß die in Einigkeit des Glaubens Stehenden ſich zu einander als Glaubensbrüder bekennen. Die Einigkeit im Glauben, welche zwiſchen einzelnen Gemeinden und größeren kirchlichen Körperſchaften beſteht, kann unter Umſtänden auf mancherlei Weiſe zum Ausdruck kommen. So z. B. dadurch, daß die,