# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1888. 25 meinen wirklich, ſie haben das Rechte. Aber will Paulus ihnen deswegen die Bruderhand reichen? Nein, ſo lieb er ſie hat und ſo herzlich er für ſie betet, ſo erklärt er doch Kap. 11.: „Nach dem Evangelium halte ich ſie für Feinde.“ — Bei Theſis III ſind noch einige Einwürfe der Gegner der wahren Einigkeit zu beleuchten. Die Unioniſten ſagen, man müſſe doch auch die Liebe ſich geltend machen laſſen. Das könne aber nur geſchehen, wenn man nicht ſo hart über allen Artikeln der Lehre halte. Wir ſagen: Eine ſonderbare Liebe, die uns in ſo grellen Widerſpruch ſetzt mit Gottes Wort! Gott will, daß wir alles, was geſchrieben ſteht, glauben und annehmen und auch nicht das kleinſte Gebot auflöſen. Jene „Liebe“ aber, die man uns zumuthet, ſoll von Gottes Wort nachlaſſen, iſt alſo mit Verachtung der göttlichen Majeſtät verbunden. Es iſt eine Fratze der Liebe. Die liebevollen Unioniſten lieben im Grunde weder Gott noch Menſchen. Gott lieben ſie nicht, denn der HErr ſpricht Joh. 14, 23.: „Wer mich liebet, der wird mein Wort halten.“ Ihren Nächſten lieben ſie nicht, denn der Irrthum im Glau⸗ ben, das Abgehen von Gottes Wort iſt nie gleichgültig, ſondern immer ſeelengefährlich. Sonderlich aber iſt die unioniſtiſche Weiſe, da man ſagt: „Dies oder jenes iſt wohl in der Schrift gelehrt, aber es iſt nicht nöthig, darüber ſo hart zu halten“, überaus gefährlich, ſie macht das ganze Wort Gottes wankend. Man beruft ſich auch wohl auf 1 Cor. 3, 12—15.: „So aber jemand auf dieſen Grund bauet Gold, Silber, Edelſteine, Holz, Heu, Stoppeln: ſo wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wird's klar machen. Denn es wird durch's Feuer offenbar werden, und welcherlei eines jeglichen Werk ſei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebauet hat, ſo wird er Lohn empfahen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, ſo wird er deß Schaden leiden; er ſelbſt aber wird ſelig werden, ſo doch, als durch's Feuer.“ Hier ſagt der Apoſtel allerdings, daß in der Kirche von Manchen auf den rechten Grund auch Holz, Heu und Stoppeln irriger Menſchenmeinungen gebaut werden, ſowie daß die alſo Bauenden noch ſelig werden können. Er ſagt damit jedoch nicht, daß Holz, Heu und Stoppeln in der Kirche erlaubt oder gar von Gott gewollt ſeien. Vielmehr ſteht hier das Gegentheil, daß nämlich Holz, Heu und Stoppeln keinen Beſtand haben, ſondern von dem Feuer verzehrt werden. Nur ſo viel läßt ſich aus dieſem Text beweiſen, daß jemand trotz der irrigen Mei⸗ nungen noch ſelig werden kann, wenn er nämlich dabei noch den Grund, Chriſtus, feſthält und ſein eigenes werthloſes Werk im Feuer der Trübſal fahren läßt. Man hält uns die Sprüche entgegen, welche zum Tragen der Schwachen ermahnen, z. B. Röm. 15, 1.: „Wir, die wir ſtark ſind, ſollen der Schwa⸗ chen Gebrechlichkeit tragen.“ Allerdings iſt es Gottes Wille, die Schwachen