# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der zwölften Verſammlung Leben zu nehmen. Aber nicht „Raum für alle“ hat die Kirche. Sondern hier gebietet Gott: „Thut von euch ſelbſt hinaus, wer da böſe iſt!“ 1 Cor. 5, 13. Und was die Lehre betrifft: „Einen ketzeriſchen Menſchen meide!“ Tit. 3, 10. „Weichet von denſelbigen!“ Röm. 16, 17. Es wurde noch hinzugefügt: Den Willen Gottes in Betreff der Einig⸗ keit im Glauben erkennen wir auch beſonders aus dem hoheprieſterlichen Gebet Chriſti Joh. 17. V. 11.: „Heiliger Vater, erhalte ſie in deinem Namen, die du mir gegeben haſt, daß ſie eins ſeien, gleichwie wir.“ V. 17.: „Heilige ſie in deiner Wahrheit; dein Wort iſt die Wahrheit.“ V. 20—23.: „Ich bitte aber nicht allein für ſie, ſondern auch für die, ſo durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß ſie alle eins ſeien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; daß auch ſie in uns eins ſeien, auf daß die Welt glaube, du habeſt mich geſandt. Und ich habe ihnen gegeben die Herrlich⸗ keit, die du mir gegeben haſt, daß ſie eins ſeien, gleichwie wir eins ſind. Ich in ihnen und du in mir, auf daß ſie vollkommen ſeien in eins.“ Unſer Heiland bittet hier um die völlige Einigkeit ſeiner Jünger, aber um eine Einigkeit, die ihren Grund hat in Gottes Namen, Gottes Wahrheit, Gottes Wort ꝛc., alſo um die vollkommene Einigkeit im Glauben. — In den bisherigen Ausführungen iſt der Beweis völlig gegeben, daß die in Theſis I definirte Einigkeit von Gott gewollt iſt. Merkwürdiger⸗ weiſe berufen ſich nun die Unioniſten gerade auf die Hauptſtelle von der Einigkeit im Glauben, Eph 4, 3. ff., um ihre verkehrte Stellung zu recht⸗ fertigen. Sie ſagen: „Es heißt ja: ‚Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geiſte durch das Band des Friedens.‘ Gott will alſo, daß man nicht um die Lehre ſo heftig ſtreiten, ſondern Frieden halten ſoll. Ihr ſollt in Liebe auch denen, die nicht mit euch ſtimmen, die Bruderhand reichen.“ Es gibt allerdings ein Band des Friedens, das die chriſtliche Kirche um⸗ ſchlingt: Die Liebe, und die Liebe ſoll ſich immerfort in der Chriſtenheit bethätigen. Aber worin? Etwa darin, daß wir „durch das Band des Friedens“ verſchiedene Geiſter äußerlich zuſammenbinden? Nein, gerade darin, daß wir „die Einheit des Geiſtes“ zu erhalten trachten. Wenn dieſe Stelle etwas für die Unioniſten beweiſen ſollte, müßte es heißen: „Seid fleißig zu halten die Vielheit im Geiſte.“ Gottes Wort ſagt auch, wir ſollen uns durch nichts beſtechen laſſen, von der wahren Einigkeit zu weichen. Das zeigt eine Vergleichung von Röm. 10, 1. 2. mit Röm. 11, 28. Man ſagt oft: „Warum wollt ihr nicht in Liebe mit dieſen Leuten eins ſein? Ihr ſeht, die Leute meinen es ſehr ernſt; ſie eifern wirklich um Gott und Chriſtum. Iſt es nicht ſchänd⸗ lich, denen die Bruderhand nicht zu reichen, weil ſie etwa in den und jenen Artikeln noch irren?“ Paulus ſagt von den Juden Röm. 10.: „Lieben Brüder, meines Herzens Wunſch iſt, und flehe auch Gott für Iſrael, daß ſie ſelig werden. Denn ich gebe ihnen das Zeugniß, daß ſie eifern um Gott, aber“, ſetzt er hinzu, „mit Unverſtand.“ Die Beſſeren unter den Juden