# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S22 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 22 Verhandlungen der zwölften Verſammlung Die von Gott gewollte Geſtalt der Kirche iſt die Uebereinſtimmung in allen Artikeln der chriſtlichen Lehre, die Rechtgläubigkeit derſelben. Die Men⸗ ſchen ſollten alle Lutheraner ſein, ſo gewiß Gott will, daß ſie ſein ganzes Wort annehmen, und ſo gewiß die lutheriſche Kirche das ganze Wort an⸗ nimmt. Gott will z. B. nicht, daß, während wir auf Grund des Wortes Gottes ſagen: „Gott allein wirkt die Bekehrung“, daneben die Ohioer ſagen: in gewiſſer Hinſicht ſei Bekehrung und Seligkeit auch vom Men⸗ ſchen und nicht allein von Gott abhängig. Gott will nicht, daß, während wir nach der Schrift vom heiligen Abendmahl ſagen: „es iſt Chriſti wahrer Leib und Blut“, daneben die Reformirten behaupten: es iſt nicht Chriſti Leib und Blut, ſondern Chriſti Leib und Blut werde durch Brod und Wein nur bedeutet. Gott gebietet denn auch noch ausdrücklich die Einigkeit in der von ihm dem Glauben vorgegebenen Lehre. 1 Cor. 1, 10.: „Ich ermahne euch aber, lieben Brüder, durch den Namen unſers HErrn JEſu Chriſti, daß ihr allzumal einerlei Rede führet (ἵνα τὸ αὐτὸ λέγητε πάντες), und laſſet nicht Spaltungen unter euch ſein, ſondern haltet feſt an einander in einem Sinne und in einerlei Meinung (ἐν τῷ αὐτῷ νοΐ καὶ ἐν τῇ αὐτῇ γνώμῃ).“ Hier iſt ſo klar wie möglich geſagt, daß nach Gottes Willen alle Chriſten im Glauben völlig einig ſein ſollen. Von den Chriſten ſoll nicht der eine dieſe, ein anderer jene Anſicht haben und vortragen, ſondern alle ſollen dieſelbe Rede führen in demſelben Sinn und derſelben Meinung. Bei den Chriſten, die ja über die ganze Welt zerſtreut ſind, kann und muß ſich viel Verſchiedenheit finden. Sie ſind verſchieden in Sprachen und Sitten. Sie mögen auch ihre Gottesdienſte äußerlich ganz verſchieden geſtalten. Aber in Einem ſoll keine Verſchiedenheit ſein, ſondern vollkommene Gleichheit herrſchen: alle Chriſten in der ganzen Welt ſollen einig ſein in der Lehre. Eph. 4, 3—6.: „Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geiſt (τὴν ἑνότητα τοῦ πνεύματος) durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geiſt, wie ihr auch berufen ſeid auf einerlei Hoffnung eures Berufes, ein HErr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater unſer aller, der da iſt über euch alle und durch euch alle und in euch allen.“ Der Apoſtel ermahnt hier, die vom Heiligen Geiſt gewirkte Einigkeit zu bewah⸗ ren. Er begründet ſeine Ermahnung damit, daß er auf die hauptſächlichſten Stücke, welche die Einigkeit ausmachen, hinweiſt. Die Chriſten bilden durch Wirkung des Heiligen Geiſtes Einen geiſtlichen Leib, haben, wie Eine Hoffnung des ewigen Lebens, ſo auch nur Einen HErrn, Einen Glauben, Eine Taufe. Die gottgewollte geiſtliche Gemeinſchaft iſt alſo nur dann unter den Chriſten vorhanden, wenn alle denſelben einen Glauben, dasſelbe Wort und Sacrament haben. Eph. 4, 13. 14.: „Bis daß wir alle hinankommen zu einerlei Glau⸗ ben und Erkenntniß des Sohnes Gottes (εἰς τὴν ἑνότητα τῆς πίστεως καὶ