# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1888. 19 nehmen.“ Es liegt nicht an Gottes Wort, ſondern daran, daß man ſich wehrt gegen Gottes Wort. Die Irrlehrer wollen nicht einfach glauben, was Gottes Wort ſagt. Aus ihrem Unglauben dem Worte Gottes gegen⸗ über kommt ihr Irrthum und ihre Ungewißheit. Ihre Stellung iſt ge⸗ kennzeichnet durch das Wort: „Die Botſchaft hör' ich wohl; allein mir fehlt der Glaube.“ Gottes Wort iſt ſo beſchaffen, daß man aus demſelben die rechte Lehre nicht bloß entnehmen kann, ſondern entnehmen muß, wenn man beim Worte bleibt. Will jemand irren, ſo muß er erſt den klaren Wortlaut der Schrift hinter ſich werfen und den Sinn mit menſchlichen Gloſſen ſich ver⸗ decken. Aber der Glaube, daß die heilige Schrift ein Licht iſt, klar und deutlich alle Artikel des Glaubens offenbare, iſt leider in der Chriſtenheit ſehr geſchwunden. Es wurde noch von anderer Seite bemerkt: Wer der heiligen Schrift folgt, kann nicht fehlen; er muß den rechten Weg finden. Das ſteht auch deshalb feſt, weil die Lehre der Schrift eine einige iſt. Es kommt niemals vor, daß eine Lehre der Schrift der andern widerſpräche. Keine Wahrheit der Schrift hat eine Veränderung erfahren. Die falſche Wiſſenſchaft hat erfun⸗ den, daß es in der Schrift verſchiedene Lehrbegriffe, verſchiedene Richtungen gibt, die mit einander in Colliſion kommen. Das iſt eine Lüge vom Teufel. Wenn das ſo wäre, dann wäre eine Einigkeit im Glauben unmöglich. Aber ſolcher Zwie⸗ oder Mehrſpalt iſt nicht in der Schrift. Wer Paulus folgt, der folgt auch Petrus und Johannes; der folgt dem Heiligen Geiſt. Wer dem Heiligen Geiſt folgt, gelangt zur Einigkeit im Glauben. Sobald wir eigene Weisheit hineinmiſchen, hört die Einigkeit auf. Das lehrt auch ein Blick in die Geſchichte. Sobald die Wiſſenſchaft Theologie machen will, tritt an Stelle der Einigkeit babyloniſche Verwirrung, ſo daß man einan⸗ der, ja, ſich ſelbſt oft nicht mehr verſteht. Da redet wohl derſelbe Lehrer einen Tag ſo, den nächſten Tag anders. Nur wo Alle auf demſelben Grunde ſtehen, nämlich dem, da man ſpricht: „Rede, HErr, dein Knecht höret“, und das wieder reden, lehren, glauben, bekennen, was der HErr redet, da können wir gelangen zur Einigkeit im Glauben und darin bleiben. Das große Gut hat Gott uns beſchert. Er hat uns ſeine Wahrheit ge⸗ geben und uns bewahrt vor der falſchen Wiſſenſchaft. Darum ſind wir einig im Glauben. — Um dieſe Theſe zu widerlegen, hat man ſich berufen z. B. auf 1 Cor. 13, 9.: „Unſer Wiſſen iſt Stückwerk, und unſer Weiſſagen iſt Stückwerk.“ Man ſagt, wir können niemals behaupten, wir haben die Wahrheit; da gelte es, niemals der chriſtlichen Beſcheidenheit vergeſſen. Man beruft ſich ferner darauf, daß ſelbſt die Apoſtel nicht mit einander übereingeſtimmt hätten. So ſei auch alle die Jahrhunderte hindurch das ſtets auf's Neue klar zu Tage getreten, daß Uebereinſtimmung in der Chriſtenheit nicht mög⸗ lich ſei.