# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1888. 15 meinſchaft anlangt, nur ankommt auf die Lehre und nicht auf Ceremonien, Verfaſſungen oder auch Synoden. Es kann gefährlich werden, wenn wir nicht die Leute von Mitteldingen weg und auf Gottes Wort hinweiſen. Es ſollte ſo bei uns ſtehen: Wenn wir in eine Kirche kommen und finden die⸗ ſelben Ceremonien wie bei uns, aber eine andere Lehre, ſo können wir uns daſelbſt nicht heimiſch fühlen. Und umgekehrt: Wo wir zwar andere Ceremonien vorfinden, aber doch dieſelbe Lehre, das reine Evangelium ver⸗ nehmen, da ſollten wir uns heimiſch fühlen, denn da iſt Chriſtus. Wo Gottes Wort lauter und rein gepredigt wird, da hören wir Chriſti Stimme. Unter Einigkeit im Glauben verſtehen wir die wirkliche Ueber⸗ einſtimmung in der Lehre. Es gibt Leute, auch ſogenannte Luthera⸗ ner, die behaupten: Wir ſtimmen mit euch in allem überein, worin ihr Uebereinſtimmung fordert. Wir nehmen nicht nur die Auguſtana im All⸗ gemeinen oder „im Weſentlichen“, nicht nur die „Hauptartikel“, ſondern wir nehmen rückhaltlos die ganzen Bekenntniſſe der lutheriſchen Kirche an. Warum verſagt ihr uns die kirchliche Anerkennung? Verlangt ihr mehr als das? Antwort: Wir verlangen nicht mehr als Uebereinſtimmung in allen Artikeln der Lehre. Aber wir verlangen auch Uebereinſtimmung, nicht nur Worte, die ſagen, es ſei Uebereinſtimmung da; wir ver⸗ langen die Uebereinſtimmung ſelber. Wenn wir ſehen, daß ihr zwar von Uebereinſtimmung in der Wahrheit redet, aber dieſelbe nicht habt, — dann können wir auf eure bloßen Worte hin, während die Sache fehlt, euch nicht anſehen als Leute, die in der gottgewollten Einigkeit des Glaubens ſtehen. Wenn ihr unter euch Leute duldet, die anders glauben und lehren, als in Gottes Wort gelehrt und im Bekenntniß der Kirche bekannt iſt, ſo ſind damit eure Worte von der Einigkeit lügengeſtraft. Erſt ſorgt, daß das Wahrheit werde, was ihr ſagt; dann erſt ſind wir wirklich einig. — Wenn es in der Theſe heißt: „Unter Einigkeit im Glauben verſtehen wir die Uebereinſtimmung in allen Artikeln der in der heiligen Schrift ge⸗ offenbarten chriſtlichen Lehre“, ſo iſt hier nicht die Rede vom Kennen der ganzen heiligen Schrift. Es könnte vorkommen, daß jemand nur das Neue Teſtament kennt, und er iſt doch mit uns im Glauben vollkommen einig. Warum? Weil alle Artikel der chriſtlichen Lehre im Neuen Teſtament offenbart vorliegen. Wenn er alſo nur aus dem Neuen Teſtament ſeine Erkenntniß der chriſtlichen Lehre geſchöpft hätte, ſo ſtände er doch mit uns in der rechten Einigkeit des Glaubens. Er hätte das richtige Bild von dem Gott, der uns ſelig macht in Chriſto JEſu. Wir müſſen daher unterſcheiden zwiſchen Einigkeit im Glauben und dem Umfang der Kenntniß des Wor⸗ tes Gottes. Es kann jemand über Vieles, was in Gottes Wort ſteht, in Unkenntniß, und doch mit uns im Glauben einig ſein. Viele Lehren ſind an Hunderten von Stellen offenbart; es ſtimmt aber jemand ſchon dann mit uns, wenn er die rechte Lehre nur aus einer der einſchlägigen Stellen geſchöpft hat. — Es mag auch jemand in der Auslegung dieſer oder jener