# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1888. 11 den theilhaftig machen. Die Verweigerung der kirchlichen Gemeinſchaft in dieſem Falle verräth nicht etwa Mangel an Liebe. Sondern wenn wir die Irrgläubigen von ihrem Irrthum zu überzeugen ſuchen, ſo iſt das der höchſte Beweis der Liebe. Mancher wird auch alſo gewonnen. Die Liebe erweiſt ſich durch Widerlegung der Irrthümer, nicht aber durch Gleichgültig⸗ keit gegen dieſelben; das iſt wohl zu beachten. Wir dürfen nicht ſagen: „Wir können uns freilich in dieſem oder jenem Glaubensartikel nicht einigen, aber chriſtliche Brüder wollen wir darum doch ſein.“ — Es iſt auch einfach unmöglich, Gemeinſchaft mit den Chriſten in den Secten zu pflegen, weil wir die Chriſten unter den Falſchgläubigen nicht kennen; ſie ſind uns ver⸗ borgen. Sie ſtellen ſich uns nicht entgegen als Chriſten, ſondern als Falſch⸗ gläubige. So lange jemand mit Falſchgläubigen an Einem Strange zieht, können wir ihn nicht als Bruder anerkennen. — Es ſind zwei ganz ver⸗ ſchiedene Fragen: 1. Wer iſt ein Glied der unſichtbaren Kirche, alſo ein wahrer Chriſt? Das iſt, wer an JEſum Chriſtum von Herzen glaubt. Und: 2. Wen muß ich für einen rechtgläubigen Chriſten anerkennen, ſo daß ich mit ihm kirchliche Gemeinſchaft pflege? Hier muß ich fordern, daß er ſich mit mir dem ganzen Wort Gottes unterwirft. Erſt daraufhin kann ich ihn als Glaubensbruder anerkennen. Wir wiſſen freilich, daß in der rechtgläubigen ſichtbaren Kirche auch Heuchler ſind. Doch müſſen wir alle Glieder derſelben für Chriſten halten, wenn ſie die chriſtliche Lehre bekennen und einen gottſeligen Lebenswandel führen. Das fordert die Liebe. Aber die Liebe fordert nicht, daß wir Alle in den irrgläubigen Gemeinſchaften für Chriſten erklären. Sie be⸗ kennen nicht die reine chriſtliche Lehre. Die Liebe fordert nur das Zu⸗ geſtändniß: Es gibt Chriſten unter euch. Um den falſchen Unionismus zu rechtfertigen, weiſt man auch hin auf die Diſtinction zwiſchen ſubjectivem und objectivem Glauben. Man ſagt, beides decke ſich nicht. Was in Gottes Wort gelehrt iſt (objectiver Glaube), das müſſe der einzelne Chriſt für ſeine Perſon nicht nothwendigerweiſe alles wiſſen und glauben (ſubjectiver Glaube); wenn er nur ehrlich und redlich von dem, was er annimmt, in ſeinem Gewiſſen überzeugt ſei, dann ſei er ein Chriſt und Bruder, und wir ſtänden in Glaubenseinigkeit. — Aber wenn es ſich fragt, welche von beiden Seiten des Glaubens die wich⸗ tige ſei in dieſer Sache, die ſubjective oder die objective, — ſo iſt unſere Antwort: Beides iſt wichtig und läßt ſich nicht von einander trennen. Es handelt ſich um Lehren, die in Gottes Wort geoffenbart ſind (objectiver Glaube), und dieſe ſollen nicht bloß äußerlich mit dem Verſtande, ſondern durch einen innerlichen Act (ſubjectiver Glaube) angenommen werden. Wir müſſen uns auch klar ſein darüber, ob die Definition der erſten Theſe nicht in Colliſion geräth mit den Aeußerungen unſerer Kirche. Das „wir“ der Theſe begreift doch unſere ganze lutheriſche Kirche in ſich. Sehen wir uns nun Aeußerungen unſerer Kirche, wie Augsb. Confeſſion