# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1888_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Verhandlungen der zwölften Verſammlung einſtimmung in allen Lehren des Wortes Gottes, ſondern nur die An⸗ nahme folgender neun Artikel: 1. von der Dreieinigkeit, 2. von der Erb⸗ ſünde, 3. von der Gottheit Chriſti, 4. von der Rechtfertigung durch den Glauben, 5. von der Verbindlichkeit der zwei Sacramente, 6. von der Auf⸗ erſtehung des Fleiſches, 7. vom jüngſten Gericht, 8. von der ewigen Selig⸗ keit der Gerechten, 9. von der ewigen Verdammniß der Gottloſen. — Unter den ſich lutheriſch nennenden Kirchenkörpern Amerika's iſt es beſonders die Generalſynode, die nicht Uebereinſtimmung in allen Artikeln der chriſt⸗ lichen Lehre fordert. Sie erklärte vielmehr, nur in den „Fundamental⸗ artikeln“ fordere ſie die Annahme der Augsburgiſchen Confeſſion. Einig⸗ keit in der Lehre ſei gar nicht die Einigkeit, die man anzuſtreben habe, ſondern Einigkeit in der Arbeit, in den Ceremonien und dergleichen. Man muß allerdings zwiſchen den in der heiligen Schrift geoffen⸗ barten Glaubenslehren einen Unterſchied machen. Es gibt Lehren, die jeder Chriſt kennen und glauben muß, ohne deren Kenntniß und Annahme der ſeligmachende Glaube nicht beſtehen kann. Dagegen gibt es andere Lehren, die jemand wohl aus Schwachheit nicht kennen, ja, über die er auch Irrthümer hegen und dabei doch noch ein Chriſt ſein kann. Dieſe Unter⸗ ſcheidung iſt ſehr wichtig bei Beantwortung der Frage, wer noch ein Chriſt ſein könne. Aber dieſelbe darf hier nicht ſtatthaben. Hier handelt es ſich darum, wie die Einigkeit im Glauben nach Gottes Willen beſchaffen ſein ſoll. Da ſagt Gott der HErr, daß alle in Gottes Wort geoffenbarten Lehren von Allen angenommen werden ſollen. Wenn wir die Einigkeit des Glaubens anders definiren wollten, als in Theſis I geſchehen iſt; wollten wir anfangen, eine Auswahl aus den in der Schrift geoffenbarten Glaubens⸗ lehren zu treffen: dann hätten wir uns auf eine ſchiefe Ebene geſtellt, auf der es kein Halten mehr gibt, dann würden auch alle Unterſcheidungen von Haupt⸗ und Nebenlehren nichts mehr helfen. Dann könnte man nicht mehr ſagen, wer mit uns einig iſt und wer nicht. Hier wurden noch folgende Einzelfragen beſprochen: Wie iſt unſere Stellung zu denen, die wahre Chriſten ſind innerhalb der irrgläubigen Gemeinſchaften? Iſt es genug, wenn wir einfach aner⸗ kennen, daß es in ſolchen Gemeinſchaften noch Chriſten gibt? Oder ſollte man dieſer Ueberzeugung nicht auch in ſeinem äußerlichen Verhalten Aus⸗ druck geben? Wir verhalten uns, ſcheint es, gegen die Irrgläubigen wie gegen die Weltkinder. — Wir unterſcheiden ſchon dadurch zwiſchen irrgläubigen Gemeinſchaften und Weltkindern, daß wir bekennen, es könne unter den erſteren noch wahre Chriſten geben. Ferner: Wenn wir mit Irrgläubigen zuſammenkommen, ſo ſuchen wir ſie zu belehren. Das iſt das rechte Streben nach der Einigkeit im Glauben. Wir dürfen aber keine kirchliche Gemeinſchaft mit ihnen pflegen. Dadurch würden wir ihre Irrthümer gutheißen und uns ſo fremder Sün⸗