# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S70 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 70 Verhandlungen der elften Verſammlung richt ausgeſprochen über die, welche nicht gehorſam ſind dem Evangelio Chriſti, 2 Theſſ. 1, 8.: „Und mit Feuerflammen Rache zu geben über die, ſo Gott nicht erkennen, und über die, ſo nicht gehorſam ſind dem Evangelio unſers HErrn JEſu Chriſti.“ Wenn des Menſchen Sohn zum letzten Welt⸗ gericht kommen wird, ſo wird er nicht urtheilen nach einem menſchlichen Buche, ſondern nach göttlichem Maßſtabe. Und das iſt das Evangelium, das er geredet und in der Schrift aufgezeichnet hat. Daher wird Apoſt. 13, 41. 46. geradezu geſagt, daß, wer das Wort Gottes verachtet, damit ſich ſelbſt nicht werth hält des ewigen Lebens. „Sehet, ihr Verächter, und verwundert euch und werdet zu nichte; denn ich thue ein Werk zu euren Zeiten, welches ihr nicht glauben werdet, ſo es euch jemand erzählen wird.“ „Euch mußte zuerſt das Wort Gottes geſagt werden; nun ihr es aber von euch ſtoßet und achtet euch ſelbſt nicht werth des ewigen Lebens, ſiehe, ſo wenden wir uns zu den Heiden.“ Nur eine göttliche Schrift kann fordern, daß niemand jemals von ihr abweichen ſoll, und zwar unter Androhung des göttlichen Zornes und Fluches. Und ſolcher Fluch ſoll nicht nur die treffen, die der Schrift entgegentreten, ſon⸗ dern auch die, welche nur anders lehren als ſie. Gal. 1, 8.: „Aber ſo auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, denn das wir euch gepredigt haben, der ſei verflucht.“ Unter den Galatern fanden ſich Leute, die behaupteten, daß ſie die rechte Lehre führten und ſie ſeien die rechten Nachfolger der Apoſtel; Paulus aber ſei gar kein rechter Apoſtel. Aber die Schrift verfluchte ſie als falſche Apoſtel, weil ſie anders lehrten, als das von Paulo gepredigte Evangelium. 5 Moſ. 12, 32. befiehlt Moſes: „Alles, was ich euch gebiete, das ſollt ihr halten, daß ihr darnach thut. Ihr ſollt nichts dazu thun, noch davon thun.“ So kann nur der reden, der Gottes Wort redet in dem Sinn, wie der vom Heiligen Geiſt zum Reden getriebene Moſes. Von unſeren Pre⸗ digten können wir nicht ſo ſagen. In den Schriften unſerer hocherleuchte⸗ ten Väter mag ſich hier und da eine Auffaſſung finden, von der wir ſagen müſſen: wir gehen hier nicht mit. Aber wo ſo geredet wird: Niemand thue etwas davon oder dazu, da muß der geredet haben, bei dem jedes Wort göttliche Wahrheit iſt. Daher denn auch Chriſtus ſeinen Apoſteln befahl, ſie ſollten die Menſchen halten lehren alles, was er ihnen befohlen hatte. Wenn dagegen wir die Chriſten anhalten, daß ſie dieſes thun und jenes ver⸗ werfen ſollen, ſo können ſie mit Recht ſagen: Wo ſteht's geſchrieben? Bei den Apoſteln iſt es anders; die konnten ſagen: Ihr müßt euch daran hal⸗ ten, weil wir es aus dem Heiligen Geiſt geſchrieben haben. So erhebt Paulus ſeine Briefe zu einem Gebrauch in der Kirche, wie ihn nur Gottes Wort hatte, wenn er ſeine Schriften den Gemeinden hingibt öffentlich zu leſen, und ſie beſchwört, d. h. in Gottes Namen auffordert, ſie nicht unge⸗ leſen zu laſſen. Denn in der Gemeinde wurde Gottes Wort geleſen. Wie würden ſich dieſe Gemeinden hoch verwundert haben, wenn ihnen Paulus