# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S69 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 69 den ſollen, die nicht mit der Schrift übereinſtimmend lehren, wie Jer. 8, 9. geſchrieben ſtehet: „Darum müſſen ſolche Lehrer zu Schanden, erſchreckt und gefangen werden; denn was können ſie Gutes lehren, weil ſie des HErrn Wort verwerfen?“ und Jer. 23, 16.: „So ſpricht der HErr Zebaoth: Gehorchet nicht den Worten der Propheten, ſo euch weiſſagen. Sie betrügen euch; denn ſie predigen ihres Herzens Geſicht, und nicht aus des HErrn Munde.“ Hingegen befiehlt die Schrift 2 Theſſ. 2, 15.: „So ſtehet nun, lieben Brüder, und haltet an den Satzungen, die ihr gelehret ſeid, es ſei durch unſer Wort oder Epiſtel.“ Da die Chriſten hier aufgefordert werden, dem, was die Schrift ſagt, Gehör zu geben und dabei zu bleiben, ſo kann nie⸗ mals der Fall eintreten, daß ſie irgend etwas finden, davon ſie abzuſtehen hätten, ſondern ſie ſollen bei allem bleiben im Leben und im Sterben. Dasſelbe bezeugt Paulus, wenn er Röm. 15, 4. ſchreibt: „Was aber zuvor geſchrieben iſt, das iſt uns zur Lehre geſchrieben, auf daß wir durch Geduld und Troſt der Schrift Hoffnung haben.“ Hier bezieht ſich ja Paulus auf das Alte Teſtament und ſagt damit aus, daß die Autorität des Alten Teſtamentes mit der Fülle der Zeit nicht aufgehört habe, ſondern es iſt auch uns, die wir im Neuen Bunde leben, geſchrieben zur Lehre, auf daß wir eine Hoffnung haben, die nicht zu Schanden wird, die auf göttlichem Grunde ruht. Soll die Schrift aber das geben, ſo muß ſie in allen Stücken ein göttlicher Grund ſein; nirgends darf ſich Sandgrund oder Schlamm menſchlicher Meinung darin finden. Daß ſchon die Gläubigen im Alten Bunde an der Schrift eine ſolche Regel hatten, ſehen wir aus Jeſ. 8, 19. 20.: „Wenn ſie aber zu euch ſagen: Ihr müſſet die Wahrſager und Zeichendeuter fragen, die da ſchwätzen und disputiren, ſo ſprecht: Soll nicht ein Volk ſeinen Gott fragen? oder, ſoll man die Todten für die Lebendigen fragen? Ja, nach dem Geſetz und Zeugniß. Werden ſie das nicht ſagen, ſo werden ſie die Morgenröthe nicht haben.“ Wenn es alſo damals galt zu beur⸗ theilen, was gepredigt wurde, ſo hatte keine Berufung auf irgend etwas anderes Geltung, nicht eine Berufung auf den Geiſt der Wahrſager oder auf Verkehr mit den Todten, ſondern hier galt allein das Geſetz und Zeug⸗ niß, d. i. die Bibel. So mußten auch im Neuen Teſtament ſchon zu der Apoſtel Zeit alle die, welche aus Gottes Geiſt redeten, alle ihre Reden nach der Schrift beurtheilen laſſen, wie wir leſen 1 Cor. 14, 37.: „So ſich je⸗ mand läſſet dünken, er ſei ein Prophet oder geiſtlich, der erkenne, was ich euch ſchreibe; denn es ſind des HErrn Gebote.“ Und wenn Chriſtus von ſeinen Jüngern fordert, daß ſie glauben ſollen alle dem, das die Propheten geredet haben, ohne erſt zu überlegen, ob ſie es annehmen könnten oder nicht, ſo geht daraus unleugbar gewiß hervor, daß, wenn ein Prophet redet, Gott ſelbſt gehört wird; denn eine ſolche Autorität kann kein Menſch, ſon⸗ dern nur Gott mit Recht beanſpruchen. Darum wird ein ſchreckliches Ge⸗