# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S68 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 68 Verhandlungen der elften Verſammlung der HErr Chriſtus dem Satan die Schrift entgegenſtellt, ſo weiß Satan ihr gegenüber nichts, als daß er wieder Worte der Schrift anführt. Dieſelbe Autorität der Schrift erkennen wir aus Abrahams Rede an den reichen Mann in der Hölle. Den verweiſt Abraham nicht auf etwas Höheres hin als das Alte Teſtament. Luc. 16, 29.: „Sie haben Moſen und die Propheten: laß ſie dieſelbigen hören.“ Damit ſpricht er dies aus: Die heilige Schrift iſt die Quelle, daraus deine Brüder erkennen ſollen, wer ſie ſind und wer Gott der HErr iſt; daraus allein ſollen ſie rechte Er⸗ kenntniß ihrer Sünde und ihres Heils ſchöpfen. Was wäre dies aber für eine ſchreckliche Verweiſung geweſen, wenn Moſes und die Propheten menſch⸗ liche Bücher wären oder auch nur der geringſte Irrthum in dieſen Büchern vorkommen könnte! Dann hätten dieſe fünf Brüder am jüngſten Tage auftreten können und ſagen: Wir konnten Moſen und den Propheten nicht glauben; denn darin hörten wir ein Wort, das in dieſem und dieſem Stück nicht richtig iſt, und von da an war es hin mit unſerer Zuverſicht und Glauben an ſolches Wort; Moſes und die Propheten ſind ſchuld, daß wir verloren gehen. Aber ſo ſteht es, Gott Lob! nicht mit der Bibel. Gott ſelbſt weiſt ſie hin auf dies Wort. Darum muß ein Menſch, wenn anders Gott will, daß Allen geholfen werde, durch dies Wort wirklich göttlich ge⸗ wiß werden können ſeines Glaubens und der Gnade Gottes. So verweiſt auch Paulus den Timotheus auf die hohe Autorität der Schrift 2 Tim. 3, 15—17.: „Weil du von Kind auf die heilige Schrift weißeſt, kann dich dieſelbige unterweiſen zur Seligkeit, durch den Glauben an Chriſto JEſu. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, iſt nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Beſſerung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Menſch Gottes ſei vollkommen, zu allem guten Werk geſchickt.“ Wie hoch preiſt hier Paulus dem Timotheus die heilige Schrift! Sie allein kann weiſe machen zur Seligkeit; ſie allein iſt die göttliche Quelle der Er⸗ kenntniß; ſie allein kann jeden Menſchen Gottes vollkommen machen. Welches menſchliche Buch, und wäre es das köſtlichſte, könnte ſolchen An⸗ ſpruch erheben, daß es alles enthält, was einen Menſchen ewig glücklich und ſelig machen kann, auf jede Anfechtung, in jeder Noth den rechten wahren Troſt gibt, darin für jedes Menſchen Herz der rechte Ton angeſchlagen wird? Die heilige Schrift ſagt ferner von ſich, daß ſie auch eine Quelle der Erkenntniß von ſolchen Dingen ſei, davon aus ſich ſelbſt niemand etwas weiß. 1 Cor. 2, 9.: „Das kein Auge geſehen hat, und kein Ohr gehöret hat, und in keines Menſchen Herz kommen iſt, das Gott bereitet hat denen, die ihn lieben; uns aber hat es Gott offenbaret durch ſeinen Geiſt.“ So haben denn die heiligen Männer Gottes geredet, getrieben von dem Hei⸗ ligen Geiſt, und uns eine Quelle der Erkenntniß gegeben, wie ſie nur Gott geben kann. Daher iſt ſie auch zweitens die einzige Regel und Richtſchnur, nach welcher alle Lehren beurtheilt und alle Lehrer als verwerflich erklärt wer⸗