# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S67 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 67 nen Theile der Schrift beſtimmen. Die Procedur wird ſo zu einer rich⸗ teriſchen Unterſuchung der Schrift. Nein, wir ſollen wohl in der Schrift ſuchen, aber ſie nicht unterſuchen, keine Kritik an ihr üben. Denn ſie hat abſolute Geltung. Ihr müſſen wir uns demüthig unterwerfen. Jene Neueren aber machen die heilige Schrift zum Object der Kritik. Wir erkennen keine Unfehlbarkeit an außer der Schrift, weder am Pabſt noch an den Concilien, weder bei der Vernunft noch bei dem ſogenannten Licht der Schwärmer. Allein die Schrift iſt un⸗ fehlbar. Nun aber will man uns dieſe Schrift, das einzig Unfehlbare für uns, nehmen. Volck ſagt zwar, in der Heilslehre der Schrift finde ſich kein Irrthum. Aber was hilft uns das, wenn man nach ſeiner Darſtellung erſt dann wiſſen kann, was Heilslehre iſt, wenn man den ganzen Organis⸗ mus der Schrift erfaßt und vor Augen hat? Und nun ſagt gar Harnack, daß die Kirche ſeit einiger Zeit erſt auf dem beſten Wege ſei, hinter den „ge⸗ ſchloſſenen Organismus“ der Schrift zu kommen. Somit iſt noch Alles in Ungewißheit. Man kann auch noch nicht ſicher beſtimmen, was „Heils⸗ lehre“ ſei. Wahrlich, die neuere Theologie verſpottet ſich ſelbſt! Theſis III. C. Die heilige Schrift beanſprucht eine ſolche Geltung und fordert ein ſolches Verhalten ihr gegenüber, wie es nur eine nach Inhalt und Ausdruck von Gott ſelbſt ſtammende heilige Schrift beanſpruchen und fordern kann. Wie man aus dem, was die heilige Schrift iſt, nämlich aus ihrer Göttlichkeit, auch ihre Autorität erkennen kann, daß, wenn es heißt: „So ſpricht der HErr!“ ſich alles Fleiſch vor dieſem Worte beugen ſoll, ebenſo kann man auch umgekehrt aus der beanſpruchten Autorität der heiligen Schrift erkennen, welchen Charakter ſie eben dadurch in Anſpruch nimmt. Nach der Schrift iſt ſie ein Buch, deſſen Autorität über alle Creatur erhaben iſt. Als der HErr JEſus in der Wüſte vom Satan verſucht wurde, da hielt er dem Fürſten der Finſterniß das Wort der Schrift vor und ſprach: „Es ſtehet geſchrieben!“ „Wiederum ſtehet auch geſchrieben!“ „Denn es ſtehet geſchrieben!“ und führte drei Schriftſtellen an. Was für einen Sinn würde aber das gehabt haben, wenn Chriſtus einen Ausſpruch des großen Ariſtoteles oder des Kaiſers Auguſtus oder Tiberius angeführt hätte, oder wenn er geſagt hätte: So befiehlt der König Herodes? Dann würde Satan geantwortet haben: Was geht mich Ariſtoteles an, der war mein Knecht; was hat mir der Kaiſer Auguſtus zu befehlen, ich bin nicht eingezeichnet in ſeine Schatzungsliſten; das verſchlägt bei mir gar nichts; auch deine Auto⸗ rität ziehe ich in Frage; beweiſe mir, daß du Gottes Sohn biſt. — Aber da