# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S63 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 63 führt, wird auch nicht aufhören, bis er die Widerſacher des Wortes mache wie den Koth auf der Gaſſen.“ — Hier iſt nun wohl auch der Ort, auf die gangbaren Einwürfe der neueren Theologen gegen eine Wortinſpiration der heiligen Schrift etwas näher ein⸗ zugehen. Ein ſolcher Einwurf iſt, die heilige Schrift bean⸗ ſpruche ſelbſt nicht, wörtlich inſpirirt zu ſein. Dies noch zu widerlegen, iſt nach dem, was wir bis jetzt gehört haben, faſt ein überflüſ⸗ ſiges Ding. Nur das ſei hier noch erwähnt, daß man als Beweis für ſolche Behauptung die Vorrede oder Eingang des Evangelii St. Lucä anführt und ſagt, da rede Lucas wie Einer, der, was er ſchreibe, auf menſchliche Zeugenſchaft gründe. Der Eingang lautet nämlich alſo: „Sintemal ſich's viele unterwunden haben, zu ſtellen die Rede von den Geſchichten, ſo unter uns ergangen ſind; wie uns das gegeben haben, die es von Anfang ſelbſt geſehen und Diener des Worts geweſen ſind: habe ich's auch für gut an⸗ geſehen, nachdem ich's alles von Anbeginn erkundet habe, daß ich's zu dir, mein guter Theophile, mit Fleiß ordentlich ſchriebe“, Luc. 1, 1—3. Wer aber überhaupt in der heiligen Schrift noch etwas will göttlich ſein laſſen, der kann ſolchen Einwand gar nicht feſthalten. Denn er beweiſt zu viel. Damit wäre nämlich bewieſen, daß dann das ganze Evangelium St. Lucä nicht von Gott eingegeben ſei; denn Lucas ſagt ja, daß er alles das, was er ſchreibt, von Anbeginn erkundet habe. Aber damit ſtellt er nicht in Ab⸗ rede, daß er als ein Werkzeug des Heiligen Geiſtes ſchreibe. Denn auch der HErr Chriſtus ſagt, daß ſeine Jünger alles geſehen und gehört haben. Ja, er unterweiſt ſie noch, bringt ihnen das Verſtändniß der einzelnen Lehren bei. Und doch befiehlt er ihnen nach alle dem, daß ſie in Jeruſalem bleiben ſollten, bis ſie angethan würden mit Kraft aus der Höhe. Warum dies? Weil eben zur Löſung ihrer Aufgabe, auch zum Schreiben der heiligen Schrift noch nicht genug war, daß die Apoſtel Augen⸗ und Ohrenzeugen waren. Sie ſollten ſo reden, wie ihnen der Geiſt gab auszuſprechen. Ein zweiter Einwand iſt, die Apoſtel hätten manches gar nicht gewußt. Ein ſimpler Einwurf! Gerade darum wurde ihnen ja der Heilige Geiſt in's Herz gegeben, gerade darum ihnen auch nicht ein⸗ mal die Form des Schreibens überlaſſen. So iſt es ja wahr, daß Paulus nicht wußte, wen und wie Viele er in Corinth getauft hatte. Hieraus geht eben hervor, daß er nicht allwiſſend war. Aber gerade weil es Menſchen ſein ſollten, durch welche Gott den Grund des Glaubens geben wollte, mußte Gott durch ſie wirken. Ein dritter Einwand iſt, die Schreiber der Bibel mach⸗ ten gar nicht den Eindruck, als ob ſie Gottes ſeien; ſie ſeien nicht untadelig; Petrus werde von Paulus des Heuchelns wegen geſtraft; Moſes durfte um ſeines Zweifelns willen nicht in das Land Canaan; David ſei ſogar in Mord und Ehebruch gefallen. Darauf iſt zu erwidern: Chriſtus ſelbſt ſcheidet