# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S61 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 61 geſchehe.“ Luc. 16, 17.: „Es iſt aber leichter, daß Himmel und Erde ver⸗ gehen, denn daß ein Tüttel vom Geſetz falle.“ Man ſagt mit Unrecht, daß die lutheriſche Kirche ſich nicht für die Wortinſpiration habe ausgeſprochen; für ſolche Lehre könne man das lutheriſche Bekenntniß nicht in Anſpruch nehmen. Denn in der Apologie heißt es u. a.: „Meinen ſie, daß der Heilige Geiſt ſein Wort nicht gewiß und bedächtiglich ſetze oder nicht wiſſe, was er rede?“ In der lateiniſchen Form: „Num arbitrantur excidisse Spiritui sancto non auimadvertenti has voces = dieſe Wörter oder Ausdrücke?“ Welchen Schaden richtet nun die neuere Theologie an damit, daß ſie ſagt: Es iſt nicht jedes Wort, jeder Ausdruck in der heiligen Schrift von Gott eingegeben! Sie lehrt die Leute, nicht dem Worte, dem Ausdrucke zu glauben. Und gerade deswegen ſtrafte Chriſtus ſeine Jünger ſo ernſt⸗ lich, ſchlug ihnen wie mit einer Keule in's Geſicht, wenn er zu ihnen ſagte: „O ihr Thoren und träges Herzens zu glauben alle dem, das die Pro⸗ pheten geredet haben.“ Luc. 24, 25. Wäre auch nur Ein Wort der Schrift von Menſchen, ſo hätte er ſie doch nicht ſo ſchelten können. Aber die Jünger waren lange in ſeiner Schule geweſen, hatten es immer ge⸗ ſehen, welch hohen Werth ihr HErr und Meiſter auf die Schrift legte; ſie wußten, wie Chriſtus ſelbſt noch am Kreuze darauf bedacht war, daß auch die letzte Weiſſagung von ihm erfüllt werde. Denn als es nahe daran war, daß er ſterben ſollte, „daß die Schrift erfüllet würde“, rief er von ſeinem Kreuze herab: „Es iſt vollbracht!“ Und dennoch waren die Apoſtel ſo träge zu glauben. Wenn da noch gar jemand gekommen wäre und hätte ihnen geſagt: Es iſt ja in der Schrift nicht jedes Wort von Gott, was wäre wohl aus dieſen armen Jüngern geworden! Nun denke man ſich unſere Zeit mit der ſchändlichen Lehre der neueren Theologen über die heilige Schrift. Fürwahr, wer ihnen folgt, bei dem muß alles geiſtliche Leben ausgelöſcht werden. Es gilt daher auch von den neueren Theologen, was Paulus Gal. 1, 8. ſagt: „Aber ſo auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, denn das wir euch ge⸗ predigt haben, der ſei verflucht.“ Dies Evangelium Pauli iſt in den Schriften des Neuen Teſtamentes verfaßt, und lehrt zugleich von ſich, daß es in Worten göttlicher Eingebung verfaßt ſei; wer alſo anders predigt als das Neue Teſtament, der iſt verflucht. Daher ſollen und müſſen wir die neue Theologie verfluchen und unter die Füße treten. Wir ſcheuen uns auch nicht zu bekennen, daß auch die aſtronomiſchen und geologiſchen Bemerkungen in der heiligen Schrift göttliche Wahrheiten ſind. Zwar ſagen die neueren Theologen: Alſo macht ihr die Bibel zu einem Lehrbuch der Naturwiſſenſchaften. Damit kommt z. B. auch Volck heraus, wenn er ſagt: „Es taucht immer wieder die Meinung auf . . ., als ſei ſie (die heilige Schrift) ein Buch, welches Aufſchluß gebe über alle mög⸗ lichen wiſſenswürdigen Dinge. Da meint man z. B., ſie wolle Natur⸗