# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S58 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 58 Verhandlungen der elften Verſammlung Aehnlich iſt auch der Beweis 2 Petr. 1, 19—21.: „Wir haben ein feſtes prophetiſches Wort..... Und das ſollt ihr für das erſte wiſſen, daß keine Weiſſagung in der Schrift geſchieht aus eigener Auslegung; denn es iſt noch nie keine Weiſſagung aus menſchlichem Willen hervorgebracht; ſon⸗ dern die heiligen Menſchen Gottes haben geredet, getrieben von dem Heiligen Geiſt.“ Hier wird auch alles zurückgeführt auf göttliche Wir⸗ kung. Nicht nur, was die heiligen Menſchen Gottes gedacht, ſondern auch, was ſie ausgeſprochen haben, geſchah unter dem Einfluß des Heiligen Geiſtes, und zwar ſo, daß ſie nirgends ihrem eigenen Willen folgten. Wie aber der HErr Chriſtus und die Apoſtel wirklich die Ausdrücke der heiligen Schrift als von Gott ſtammend angeſehen und behandelt haben, geht auch aus allen den Stellen der Schrift hervor, wo es bei einem geführten Beweis auf ein einzelnes Wort ankommt. Wäre da der Aus⸗ druck nicht auch vom Heiligen Geiſt eingegeben, ſo fielen alle ſolche Beweiſe dahin; man würde bloß zu ſagen brauchen: Wie weißt du, daß gerade dies Wort von Gott und nicht von den Apoſteln ſelbſt gewählt iſt? Nun leſen wir aber Joh. 10, 34.: „JEſus antwortete ihnen: Stehet nicht ge⸗ ſchrieben in eurem Geſetz: Ich habe geſagt, ihr ſeid Götter?“ Chriſtus beruft ſich hier auf Pſ. 82, 6.: „Ich habe wohl geſagt: Ihr ſeid Götter.“ Das hält der HErr ſeinen Widerſachern vor, die da beanſtanden, daß er ſich Gott nennt. Werden doch ſelbſt Menſchen, will der HErr ſagen, in der Schrift Götter genannt. Daran könnt ihr nicht rütteln, denn die Schrift ſagt es. Daher fährt der HErr alſo fort V. 35.: „So er die Götter nennt, zu welchen das Wort Gottes geſchah; und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden.“ Wenn nun die Juden hätten ſagen können: „Mit dem einzelnen Ausdruck im Pſalm kannſt du uns nicht bin⸗ den und überführen; auf's einzelne Wort kommt es nicht an“, ſo wäre Chriſti Beweis hingefallen. Aber das wagen die Juden nicht von dem Alten Teſtament zu ſagen. Denn Chriſtus konnte zu ihnen ſagen: Auch dies einzelne Wort Götter kann nicht gebrochen werden, das müßt ihr als Gottes Wort anerkennen. So beruft ſich der HErr Chriſtus auf Pſ. 110, 1. dafür, daß er der HErr iſt, wenn es Matth. 22, 43. 44. heißt: „Wie nen⸗ net ihn denn David im Geiſt einen HErrn, da er ſagt: Der HErr hat geſagt zu meinem HErrn?“ ꝛc. Daß alſo David im Geiſt Chriſtum HErrn nennt, das iſt ein Umſtand, den der HErr Chriſtus aufgreift, damit er argumentirt und ſeinen Feinden das Maul ſtopft. So verfährt auch Paulus mit dem Wort Heiden. Er führt aus dem Alten Teſtament mehrere Stellen an, wo von den Heiden geſagt wird, daß ſie Gott loben. Röm. 15, 9—12.: „Daß die Heiden aber Gott loben um der Barmher⸗ zigkeit willen, wie geſchrieben ſtehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen ſingen. Und abermal ſpricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit ſeinem Volk. Und abermal: Lobet den HErrn, alle Heiden, und preiſet ihn, alle Völker. Und abermal ſpricht Jeſaias: