# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S56 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 56 Verhandlungen der elften Verſammlung Tiefen der Gottheit. Denn welcher Menſch weiß, was im Menſchen iſt, ohne der Geiſt des Menſchen, der in ihm iſt? Alſo auch weiß niemand, was in Gott iſt, ohne der Geiſt Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geiſt der Welt, ſondern den Geiſt aus Gott, daß wir wiſſen können, was uns von Gott gegeben iſt. Welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menſchliche Weisheit lehren kann, ſondern mit Worten, die der Heilige Geiſt lehret, und richten geiſtliche Sachen geiſt⸗ lich.“ Hier bezieht ſich Paulus zunächſt darauf, daß das, was kein Menſch wiſſen konnte, was Gott allein bewußt iſt, zu ſeiner (Pauli) Kenntniß gekommen ſei, und zwar durch Offenbarung des Heiligen Geiſtes. Das iſt das Eine, was wir bei der Schrift zu merken haben, nämlich die Offen⸗ barung der Gedanken, des Inhalts der Schrift durch den Heiligen Geiſt. Aber das iſt nicht alles; denn der Apoſtel fährt fort: „Welches wir auch reden“ u. ſ. w. Alſo, wenn es nun zum Ausſprechen dieſer ge⸗ offenbarten Gedanken bei den Apoſteln kam, wenn es nun galt zu reden, das Geoffenbarte in Worte, in Ausdrücke zu faſſen, auch da hörte die Wir⸗ kung des Heiligen Geiſtes nicht auf; da hat der Heilige Geiſt die Apoſtel nicht ſich ſelbſt überlaſſen, die Worte zu den Gedanken nach eigenem Gut⸗ dünken zu wählen. Nein, dieſe Wirkung des Heiligen Geiſtes auch zur Wahl der Worte war nothwendig, damit die Apoſtel zuverläſſige Zeugen ſeien. Das ſehen wir auch daran, daß Chriſtus ſeine Jünger ſelber zwar Zeugen nennt alles deß, das ſie gehört und geſehen haben; aber nun ſagt er keineswegs, daß, wenn die Apoſtel von dem Gehörten und Geſehenen reden ſollten, dann keine beſondere Offenbarung mehr nöthig ſei. Nein, obgleich ſie bei Chriſto in Gethſemane waren, ſeine Kreuzigung, ſeine Auf⸗ erſtehung durch Augen und Ohren bezeugen konnten, dennoch wird ihnen die Ankündigung gegeben, daß ſie für ihr mündliches Zeugniß angethan wer⸗ den ſollten mit Kraft aus der Höhe. So allein ſollten ſie Zeugen ſein. Als daher der Tag der Pfingſten erfüllet war und ſie nun mit der Kraft aus der Höhe angethan waren, da redeten ſie mit anderen Zungen, nachdem der Geiſt ihnen gab auszuſprechen, Apoſt. 2, 4. Was reden ſie? Die großen Thaten Gottes, das, was ſie gehört und ſelbſt geſehen hatten. Aber ſie reden es nicht mit eigenen, ſelbſtgewählten Worten, ſondern mit Worten, die der Heilige Geiſt ihnen gab auszuſprechen. Das war ihnen auch Matth. 10, 19. 20. verheißen: „Wenn ſie euch nun überantworten werden, ſo ſorget nicht, wie oder was ihr reden ſollt; denn es ſoll euch zu der Stunde gegeben werden, wie oder was ihr reden ſollt. Denn ihr ſeid es nicht, die da reden, ſondern eures Vaters Geiſt iſt es, der durch euch redet.“ Hier wird ihnen nicht nur geſagt: Sorget nicht, was ihr ſagen ſollt, es wird euch ſchon einfallen oder von eurem Vater gegeben werden, — und dann redet nur frei weg, wie ihr es für's Beſte haltet, — nein, es ſoll auch nicht einmal eure Sorge ſein, welche Worte ihr gebrauchen ſollt; auch wie ihr reden ſollt, überlaßt eurem Vater; ihr ſeid's gar nicht, die