# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S55 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 55 da redet, nichts ausgenommen; kein Wort iſt von Paulo ſelbſt, ſondern von Chriſto durch Paulum. Daher denn auch Petrus ſämmtliche Schriften Pauli mit den übrigen Schriften des Neuen Teſtamentes auf eine Linie ſtellt. 2 Petr. 3, 15. f.: „Als auch unſer lieber Bruder Paulus, nach der Weisheit, die ihm gegeben iſt, euch geſchrieben hat. Wie er auch in allen Briefen davon redet, in welchen ſind etliche Dinge ſchwer zu verſtehen, welche verwirren die Ungelehrigen und Leichtfertigen, wie auch die andern Schriften, zu ihrer eigenen Verdammniß.“ Da iſt alſo nicht eine göttliche und eine menſchliche Seite zu unterſcheiden, ſondern es iſt nur göttlich, was Paulus ſchreibt. Ja, die menſchliche Seite weiſt Pau⸗ lus geradezu ab Gal. 1, 11.: „Ich thue euch aber kund, lieben Brüder, daß das Evangelium, das von mir gepredigt iſt, nicht menſchlich iſt.“ In keiner Hinſicht, weder ganz noch zu einem Theil, iſt ſeine Schrift menſch⸗ lich. Dasſelbe lehrt er 1 Theſſ. 2, 13.: „Da ihr empfinget von uns das Wort göttlicher Predigt, nahmet ihr's auf, nicht als Menſchen Wort, ſondern (wie es denn wahrhaftig iſt) als Gottes Wort.“ Die Theſſalo⸗ nicher nahmen alſo Pauli Wort nicht bloß nicht als menſchliche Lehre oder menſchliche Predigt, ſondern auch nicht einmal als menſchliches Wort auf. Auch inſofern Pauli Predigt Wort iſt, iſt ſie nicht menſchlich. Daher ſteht es uns gewiß und unzweifelhaft feſt, was Pſ. 119, 160. geſchrieben ſteht: „Dein Wort iſt nichts denn Wahrheit.“ Vergleiche Joh. 17, 17.: „Heilige ſie in deiner Wahrheit; dein Wort iſt die Wahr⸗ heit.“ Spr. 8, 8.: „Alle Reden meines Mundes ſind gerecht; es iſt nichts Verkehrtes noch Falſches drinnen.“ Das kann nur dann mit Recht und Wahrheit geſagt werden, wenn die heilige Schrift Gottes Wort iſt von Anfang bis zu Ende. Zwar können wir Prediger und ſollen auch ſagen, wenn wir predigen, daß wir nur die Wahrheit predigen. Wir ſollen nicht von der Kanzel herabſteigen mit dem Seufzer: Gott, vergib mir, was ich Falſches geſagt habe; oder gar, wie viele Sectenprediger unſerer Tage gewohnt ſind, einen ſolchen Seufzer in das Kanzelgebet einſchließen, ſon⸗ dern deſſen ſollen wir gewiß ſein: Ich habe die Wahrheit geſagt, und nun, du mein Gott, ſegne dein Wort an meinen Zuhörern. Aber warum können wir das ſagen? Nur darum, weil wir die heilige Schrift predigen. Wäre das nicht der Fall, ſo wäre es eine Vermeſſenheit, von einem Paſtor zu ſagen: Was er predigt, das iſt wahr, das mußt du annehmen, als ob du Gott ſelbſt gehört hätteſt. Das zweite Stück unſerer Theſis ſagt nun aus, daß nach der Lehre der Schrift alles, was in ihr geſchrieben ſteht, nicht nur dem Inhalt, ſondern auch dem Ausdruck nach ein Werk des Hei⸗ ligen Geiſtes iſt. Dieſer Punkt iſt zwar ſchon früher berührt worden; aber hier iſt der Ort, wo wir beſonders auf denſelben einzugehen haben. 1 Cor. 2, 10—13. ſchreibt St. Paulus: „Uns aber hat es Gott offen⸗ baret durch ſeinen Geiſt. Denn der Geiſt erforſchet alle Dinge, auch die