# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S54 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 54 Verhandlungen der elften Verſammlung ſtets Gefahr laufen, gerade auf Grund der Schrift irre zu gehen, oder wir müßten von vornherein zugeſtehen, daß wir keine Gewißheit erlangen könn⸗ ten, ob wir die Wahrheit haben oder irre gehen. Wenn ferner Chriſtus zu ſeinen Jüngern ſpricht Luc. 24, 44.: „Es muß alles erfüllet werden, was von mir geſchrieben iſt im Geſetz Moſis, in den Propheten und in den Pſalmen“, ſo liegt hierin ein Zeugniß, daß Moſes, die Propheten und Pſalmen von Gott ſelber geſchrieben ſind; denn es muß erfüllt werden, was ſie von Chriſto geſchrieben haben. Wer iſt es, der alles erfüllt oder ſich vollziehen läßt? Es iſt Gott ſelbſt, der ſeinen Rathſchluß in's Werk ſetzt. Gott wird ſich aber dabei nicht richten nach menſchlichen Büchern; er wird nicht das zum Vollzug bringen, was Men⸗ ſchen ſich etwa ausgedacht haben, ſondern er richtet ſich nur nach dem, was er ſelbſt geredet, verheißen und geſchrieben hat. Es iſt daher alles in der Schrift von dem geſprochen, der es erfüllt. Deswegen weiſt Chriſtus ſeine Jünger auf alles hin, das die Propheten geredet haben, ja, er ſchilt ſie darum Thoren, daß ſie nicht auf alles von ihm Geſchriebene geachtet haben, Luc. 24, 25. 26.: „O ihr Thoren und träges Herzens zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Chriſtus ſolches leiden und zu ſeiner Herrlichkeit eingehen?“ Und nun gibt er ihnen eine Lection, und zwar nicht etwa daraus, was Moſes allein, oder ein Je⸗ ſaias allein geſagt hat, ſondern er geht viel weiter. Vers 27.: „Und fing an von Moſe und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm geſagt waren.“ So thut auch Paulus Apoſt. 24, 14., wenn er ſchreibt: „Das bekenne ich aber dir, daß ich nach dieſem Wege, den ſie eine Secte heißen, diene alſo dem Gott meiner Väter, daß ich glaube allem, was geſchrieben ſtehet im Geſetz und in den Propheten.“ Wenn wir alſo alles glauben, darauf unſere Zuverſicht gründen ſollen, und wenn wir dabei nicht abergläubiſch ſein ſollen, ſo muß das Wort, an das wir glauben ſollen, durchaus gött⸗ lich ſein. Daher ſchreibt St. Paulus im Brief an die Römer, Kap. 1, 2., von dem Evangelium, daß Gott es „zuvor verheißen hat durch ſeine Pro⸗ pheten in der heiligen Schrift (ἐν γραφαῖς ἁγίαις)“; und Röm. 15, 4., daß alles, „was zuvor geſchrieben iſt (ὅσα γὰρ προεγράφη, εἰς τὴν ἡμετέραν διδασκαλίαν προεγράφη), das iſt uns zur Lehre geſchrieben, auf daß wir durch Geduld und Troſt der Schrift Hoffnung haben (τῶν γραφῶν τὴν ἐλπίδα ἔχωμεν).“ Auch alles, was die neuteſtamentlichen Schreiber redeten und ſchrie⸗ ben, das redete und ſchrieb durch ſie der Heilige Geiſt, wie dies Paulus be⸗ zeugt Röm. 15, 18.: „Denn ich dürfte nicht etwas reden, wo das⸗ ſelbige Chriſtus nicht durch mich wirkte, die Heiden zum Gehorſam zu bringen durch Wort und Werk.“ Nicht irgend etwas darf und wagt der Apoſtel zu reden, wo es nicht Chriſtus durch ihn redete. So iſt es alſo in allen Stücken nicht eigentlich Paulus, ſondern Chriſtus, der