# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S53 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 53 mit dem Leibe verbunden iſt und auf ihn einwirkt? Und doch geſchieht es. Viele, weil ſie ſich dies nicht erklären konnten, ſind Materialiſten geworden und behaupten nun, es gebe gar keinen Geiſt, ſondern nur Materie. Das iſt auch das Ende bei den Theologen, wenn ſie conſequent durchgehen; ſie müſſen dann die Einwirkung des Heiligen Geiſtes auf die Apoſtel gänzlich leugnen. *) Theſis III. B. Die Schrift lehrt, daß alles, was in ihr geſchrieben ſteht, nicht nur dem Inhalt, ſondern auch dem Ausdruck nach, ein Werk des Heiligen Geiſtes ſei. Hier wird Zweierlei ausgeſagt: 1. Nach der Lehre der heiligen Schrift iſt alles, was in ihr geſchrieben ſteht, ein Werk des Heiligen Geiſtes. Was von einem Theile der Schrift gilt, daß derſelbe nämlich Gottes Wort iſt, das gilt auch vom Ganzen der Schrift. Wenn Chriſtus und ſeine Apoſtel ſich auf die Schrift berufen oder auf ſie hinweiſen, ſo thun ſie dies in einer ſolchen Weiſe, daß ſie keinen Unterſchied unter den einzelnen Büchern machen; ſie nehmen keinen Theil der Schrift aus. Joh. 5, 39. ſpricht Chriſtus: „Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darinnen; und ſie iſt's, die von mir zeuget.“ Da ſteht das Wort Schrift, wie auch ſonſt ſtets, von der göttlich eingegebenen heiligen Schrift. Würde von dieſer Schrift irgend etwas auszunehmen ſein, würde darin irgend etwas menſchlicher Art und nicht göttlich zuverläſſig ſein, ſo wäre es eine ſchreckliche Weiſung, einen Menſchen auf das ganze Buch hinzuweiſen, wo es das ewige Leben gilt. Wenn jemand ſeinen Forſchungen in weltlichen Wiſſenſchaften menſchliche Bücher zu Grunde legt, ſo baut er auf dieſe Bücher das Ergebniß ſeiner Forſchungen. Wenn nun in einem menſch⸗ lichen Buche, ihm unbewußt, Fehler ſtecken, ſo werden ſeine Forſchungen auch fehlerhaft ausfallen, und zwar gerade dadurch, daß er das Buch ge⸗ wiſſenhaft benutzt. So kam im vorigen Jahrhundert bei Löſung einer mathematiſchen Aufgabe ein berühmter Gelehrter zu einem Reſultat, das lange Zeit allgemein für richtig gehalten wurde. Mit der Zeit aber kam man dahinter, daß jene Berechnung falſch war, daß vielmehr in der Bienen⸗ zelle die Aufgabe richtig gelöſt ſei. Und die Urſache der Abweichung lag in einem Fehler in den Logarithmentafeln, die jener Berechnung zu Grunde gelegen hatten und die der gelehrte Mathematiker auch an der fehlerhaften Stelle genau benutzt hatte. So iſt es auch in Abſicht auf die heilige Schrift. Wäre darin nicht alles felſenfeſt, ganz zuverläſſig gewiß, ſo müßten wir *) Soweit das Protokoll von Paſtor Burmeſter.