# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S52 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 52 Verhandlungen der elften Verſammlung „Gedenket ihr nicht daran, daß ich euch ſolches ſagte, da ich noch bei euch war?“ und 1 Cor. 15, 1.: „Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe.“ Dasſelbe finden wir bei St. Petrus, wenn er ſchreibt 2 Petr. 3, 1. f.: „Dies iſt die andere Epiſtel, die ich euch ſchreibe, ihr Lieben, in welcher ich erwecke und erinnere euren lauteren Sinn, daß ihr gedenket an die Worte, die euch zuvor geſagt ſind von den heiligen Propheten, und an unſer Gebot, die wir ſind Apoſtel des HErrn und Heilandes.“ Da nimmt der heilige Apoſtel alles zuſam⸗ men, ſeine mündliche Predigt, ſeine erſte Epiſtel, die Schriften der Prophe⸗ ten und dieſen ſeinen zweiten Brief, ja, vor Schluß desſelben nimmt er auch noch die Briefe ſeines Mitapoſtels und lieben Bruders Paulus und die andern Schriften hinzu, und das alles gibt er den Chriſten hin, daß ſie es in lauterem Sinn und treuem Gedächtniß tragen als ihres Gottes theuerwerthes Wort. So ſteht denn unſere Theſe in der heiligen Schrift Alten und Neuen Teſtamentes tief und feſt gegründet. Allerdings iſt es wahr: wir wiſſen zum Theil die äußeren Veran⸗ laſſungen, welche die Apoſtel bewegten, ihre Briefe zu ſchreiben, aber ſie ſchrieben nichtsdeſtoweniger getrieben von dem Heiligen Geiſt. Die Neue⸗ ren ſagen, es ſei ſchrecklich, wenn wir ſagen, die heiligen Schreiber ſeien nichts als Gottes Schreibwerkzeuge geweſen. Damit machten wir ſie zu Maſchinen. Aber ſollte denn Gott nicht die Kunſt verſtehen, daß er, wie er durch Menſchen geredet, ſo auch durch Menſchen ſchreiben kann, ohne daß dieſe zu Maſchinen werden? Als die Apoſtel vor Fürſten und Königen ſtanden und redeten, was Gott ihnen eingab, da ſtanden ſie doch nicht als Maſchinen da, ſondern es war Petrus, Paulus, Johannes ꝛc., die da ſtanden. Wurden ſie nun in dieſem Falle nicht zu Maſchinen, dann doch auch nicht beim Schreiben. Die Kinder Gottes werden ja auch, inſofern ſie geiſtlich ſind, gänzlich vom Geiſte Gottes getrieben, aber damit wer⸗ den ſie doch keine Maſchinen! Aber wir laſſen auch das gelten, daß die heiligen Schreiber Gottes Maſchinen waren, wenn man nur den Ver⸗ gleichungspunkt im Auge behält. Sowie das Bewegende bei der Maſchine der Menſch iſt oder eine Kraft, die zur Maſchine hinzukommt, ſo war das die Apoſtel zum Schreiben Bewegende Gott ſelbſt. Sie haben kein Wort von dem allen geſchrieben, ohne daß Gott ſie getrieben hat. Die Apoſtel waren Gottes Schreibwerkzeuge, wie auch ſchon der Pſalmiſt ſich den Griffel eines guten Schreibers nennt; wie der Heilige Geiſt ſie trieb, ſo mußten ſie ſchreiben. Bileam wollte die Kinder Iſrael verfluchen; hätte es auch gethan, aber da erfaßte ihn der Geiſt Gottes, und er mußte ſegnen, er konnte nicht anders. In dem Augenblick, als er ſegnete, wollte er auch ſegnen, nachher aber war er wieder der alte. Wie die Apoſtel vom Heiligen Geiſt getrieben wurden, das iſt ein Geheimniß, das wir nicht be⸗ greifen können. Aber wer kann es begreifen, wie der Geiſt des Menſchen