# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 51 pheten und Apoſtel ohne weiteres und ſchlechthin Gottes Wort genannt wird. Marci 7, 10. ſagt der HErr Chriſtus: „Moſes hat geſagt: Du ſollſt Vater und Mutter ehren.“ Daß aber die Phariſäer dies Wort bei⸗ ſeite ſetzten, rügt er nicht als einen Verſtoß gegen Moſe's Wort, ſondern er ſpricht V. 13.: „Und hebet auf Gottes Wort durch eure Aufſätze.“ Auch St. Paulus nennt ſeine Predigt das Wort Gottes, wenn er Apoſt. 13, 46. zu den Juden von Antiochien ſpricht: „Euch mußte zuerſt das Wort Gottes geſagt werden“; und wenn er Tit. 1, 2. f. ſchreibt: „Gott . . . hat aber offenbart zu ſeiner Zeit ſein Wort durch die Predigt, die mir vertrauet iſt.“ Auch wenn Apoſt. 11, 1. geſagt wird: „Es kam aber vor die Apoſtel und Brüder, . . . daß auch die Heiden Gottes Wort an⸗ genommen“, ſo iſt damit die Predigt Petri von dem in Chriſto JEſu er⸗ ſchienenen Heiland der Welt bezeichnet; denn das Wort Gottes Alten Teſtaments von dem Heiland, der kommen ſollte, hatte Cornelius ſchon früher angenommen gehabt mit ſeinem ganzen Hauſe; ſonſt hätte St. Lu⸗ cas nicht von ihnen geſchrieben, daß ſie „gottſelig und gottesfürchtig“ ge⸗ weſen ſeien, und ſein Gebet und Almoſen wäre Gott nicht angenehm ge⸗ weſen. Vgl. Apoſt. 10, 2. ff. Auch St. Petrus nennt ſeine Predigt des HErrn Wort, wenn er ſchreibt 1 Petr. 1, 25.: „Des HErrn Wort blei⸗ bet in Ewigkeit. Das iſt aber das Wort, welches unter euch ver⸗ kündigt iſt.“ Daß nun die Ausſage der Göttlichkeit von ihrer ſchriftlichen Pre⸗ digt an alle Welt bis ans Ende der Tage nicht weniger gilt als von ihrer mündlichen Predigt, verſteht ſich ſchon von ſelbſt; doch haben wir auch dafür reichliches Zeugniß in der heiligen Schrift. 1 Cor. 14, 37. ſchreibt der Apoſtel: „So ſich jemand läßt dünken, er ſei ein Prophet oder geiſtlich, der erkenne, was ich euch ſchreibe; denn es ſind des HErrn Ge⸗ bote.“ 2 Theſſ. 2, 15. ermahnt er: „So ſtehet nun, lieben Brüder, und haltet an den Satzungen, die ihr gelehret ſeid, es ſei durch Wort oder Epiſtel.“ Hiernach ſollte den Chriſten zu Theſſalonich beides gleich bin⸗ dend ſein und feſt gehalten werden als göttliche Lehre, ſowohl was St. Paulus ihnen mündlich vorgetragen, als was er in ſeinen Briefen ihnen vorgelegt hatte. Sein Buch der Offenbarung ſchreibt „Johannes den ſieben Gemeinen in Aſien“, Offenb. 1, 4.; aber von dem, was er da ſchreibt, wie ihm befohlen iſt, V. 11., ſagt er wiederholt, daß es der Geiſt den Gemeinen ſage, wenn er Kap. 2, 7. 11. 17. 29., 3, 6. 13. 22. ſchreibt: „Wer Ohren hat, der höre, was der Geiſt den Gemeinen ſagt.“ — Daß er und die andern Apoſtel ihre mündliche Predigt und ihre Schriften auf eine Linie ſtellten, zeigt St. Johannes auch am Anfang ſeines erſten Briefes an, wo es heißt V. 3. und 4.: „Was wir geſehen und gehöret haben, das verkündigen wir euch..... Und ſolches ſchreiben wir euch.“ So verweiſt auch mehrfach St. Paulus in ſeinen Briefen auf ſeine mündliche Predigt, z. B. 2 Theſſ. 2, 5., wo er ſchreibt: