# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S47 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 47 Theſis III. Die Lehre von dem göttlichen Urſprung der heiligen Schrift iſt in der Schrift auf mehrfache Weiſe klar und deutlich geoffenbart. A. Die Schrift lehrt, daß die heiligen Schreiber nicht die eigentlichen Verfaſſer dieſer Schrift waren, ſondern ge⸗ ſchrieben haben als Werkzeuge des Heiligen Geiſtes. Wenn St. Paulus ſeine Briefe anfängt: „Paulus, ein Knecht JEſu Chriſti . . . allen, die zu Rom ſind“, Röm. 1, 1. und 7., oder: „Paulus, ein Apoſtel JEſu Chriſti durch den Willen Gottes, den Heiligen zu Epheſo“, Eph. 1, 1., ſo bedient er ſich damit einer zu ſeiner Zeit allgemein gebräuch⸗ lichen Formel zur Bezeichnung des Schreibers eines Briefes und der Perſon oder Perſonen, an welche der Brief zunächſt gerichtet war. Als Schreiber ſeiner Briefe bezeichnet ſich der Apoſtel geradezu an vielen Stellen. So ſchreibt er z. B. Röm. 15, 15.: „Ich habe es aber dennoch gewagt und euch etwas wollen ſchreiben“; 1 Cor. 5, 9.: „Ich habe euch geſchrie⸗ ben in dem Briefe“; 2 Cor. 2, 3.: „Und dasſelbige habe ich euch ge⸗ ſchrieben“; Vers 4.: „Denn ich ſchrieb euch in großer Traurigkeit“; V. 9.: „Darum habe ich euch auch geſchrieben“; Gal. 1, 20.: „Was ich euch aber ſchreibe, ſiehe, Gott weiß es, ich lüge nicht“; Eph. 3, 3.: „Wie ich droben auf's kürzeſte geſchrieben habe“; Phil. 3, 1.: „Daß ich euch immer einerlei ſchreibe, verdreußt mich nicht“; 1 Tim. 3, 14.: „Sol⸗ ches ſchreibe ich dir“. So bezeichnet ſich auch Johannes als den Schreiber ſeines Briefes, 1 Joh. 1, 4.: „Und ſolches ſchreibe ich euch“; Cap. 2, 1.: „Meine Kindlein, ſolches ſchreibe ich euch“; V. 13.: „Ich ſchreibe euch Vätern“ u. ſ. w. — So werden auch Moſes und die Propheten, die heiligen Schreiber des Alten Teſtaments, als die Schreiber ihrer Bücher bezeichnet, wenn es z. B. heißt Joh. 5, 46. 47.: „Wenn ihr Moſi glaubtet, ſo glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geſchrieben. So ihr aber ſeinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“ Luc. 3, 4.: „Wie geſchrieben ſtehet in dem Buch der Reden Jeſaia's, des Propheten“ (Jeſ. 40, 3. ff.). Matth. 13, 14.: „Ueber ihnen wird die Weiſſagung des Jeſaias erfüllt“ (Jeſ. 6, 9. 10.). Matth. 15, 7.: „Ihr Heuchler, es hat wohl Jeſaias von euch geweiſſagt“ (Jeſ. 29, 13.). Luc. 20, 42.: „Er ſelbſt, David, ſpricht im Pſalmbuch: Der HErr hat geſagt“ u. ſ. w. (Pſ. 110, 1.) Nun leſen wir aber Röm. 16, 22.: „Ich, Tertius, grüße euch, der ich dieſen Brief geſchrieben habe.“ Am Anfang und weiterhin im Briefe nennt Paulus ſich als den Schreiber des Briefs, und hier ſagt Tertius, er habe den Brief geſchrieben. Iſt das nicht ein Widerſpruch? Nein. Wir wiſſen wohl, wie das zuſammenhängt. Paulus dictirte, und Tertius führte die Feder. So ſind auch andere Briefe des Apoſtels zu Stande ge⸗