# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S44 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 44 Verhandlungen der elften Verſammlung liche Menſch vernimmt nichts vom Geiſt Gottes; es iſt ihm eine Thorheit, und kann es nicht erkennen, denn es muß geiſtlich gerichtet ſein.“ 1 Cor. 2, 14. Auch dieſe Lehre, daß die Bibel Gottes Wort iſt, iſt dem natür⸗ lichen Menſchen eine Thorheit. Man ſagt freilich: der Menſch müſſe un⸗ parteiiſch die Bibel anſehen, unparteiiſch an ſie herantreten. Aber das iſt eine ſataniſche Forderung. Was für ein Teufel müßte das ſein, der vor die Bibel hintreten würde und ſagen: Das iſt mir ganz gleich, was dies Buch iſt, ob hier Gott redet oder ein Menſch! Es hat aber auch noch nie einen Solchen gegeben, der unparteiiſch an die Bibel herangetreten wäre. Denn der natürliche Menſch iſt ein Feind Gottes. „Fleiſchlich geſinnet ſein, iſt eine Feindſchaft wider Gott, ſintemal es dem Geſetze Gottes nicht unterthan iſt; denn es vermag es auch nicht.“ Röm. 8, 7. Die heilige Schrift iſt keinem natürlichen Menſchen recht, weder den Alten noch den Jungen, weder den Gelehrten noch den Einfältigen. Was darin vom Men⸗ ſchen geſagt oder gefordert wird, das iſt dem natürlichen Herzen ärgerlich. Da heißt es: „Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt iſt. So jemand die Welt lieb hat, in dem iſt nicht die Liebe des Vaters.“ 1 Joh. 2, 15. Da wird von dem Herzen aller Menſchen geſagt: „Das Dichten des menſchlichen Herzens iſt böſe von Jugend auf.“ 1 Moſ. 8, 21. Einen Thoren nennt ſie den natürlichen Menſchen. Sie macht ihm ſeine Gerech⸗ tigkeit zu Schanden, verwirft ſie als eitel Ungerechtigkeit. Dagegen laſſen alle menſchlichen Tugendlehren immer jedem Menſchen ein Thürchen offen, das es ihm bequem macht, doch ſeines Herzens Gelüſten zu folgen. Und endlich fordert die heilige Schrift unbedingten Gehorſam des Glaubens. Dagegen bäumt ſich das fleiſchlich geſinnte, Gott feindliche Herz auf. Der Menſch will nicht daſtehen als ein verlorner und verdammter Sünder, der als ein armer Bettelmann allein aus Gnaden ſelig wird. Wenn die Schrift ſo nicht geſtaltet wäre, wenn ſie dem natürlichen Menſchen ſein Theil auch ließe, ſeine Anſtrengungen, ſeine Opfer anerkennete, ſo würde der Menſch eher bereit ſein, ſie anzunehmen. Wie viel läßt ſich der Menſch nicht von Menſchenlehren gefallen! Die Corinther ließen ſich ſchinden und in's An⸗ geſicht ſtreichen, wie Paulus ſagt. Aber bei der heiligen Schrift findet ſich ſofort der Anſtoß des natürlichen Fleiſches. Genau ſo ging es ja auch Chriſto ſelber. Man vergleiche nur das Aergerniß, das die Juden an Chriſti Per⸗ ſon, Lehre und Predigt nahmen. Weil der HErr von ſich ſagte, er ſei Gottes Sohn, darum zerriß der Hoheprieſter ſein Kleid. Daß Chriſtus behauptete, er rede nur und immer die Wahrheit, er habe keine Sünde; daß er den Phari⸗ ſäern und Sadducäern das Maul ſtopfte, das haben ihm die gottloſen Juden nicht verziehen, darum verwarfen ſie ihn und wollten nicht, daß er über ſie herrſche; darum ſchrieen ſie endlich: „Kreuzige, kreuzige ihn, und gib uns Barabbam los!“ Soll es nun mit einem Menſchen dahin kommen, daß er die Bibel für Gottes Wort anerkenne, ſo muß er eben durch dies Wort Gottes eine neue