# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S43 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 43 mit allen Juden iſt es vom erſten Urſprung an innig verwachſen, ſie Lehren Gottes zu nennen und dabei zu verbleiben und dafür, wenn es ſein ſollte, mit Freuden zu ſterben.“ (Contra Apionem I, m. p. 1036 sq.) Nach Matthäi 2, 6. gibt der hohe Rath zu Jeruſalem ſeinem König Auskunft über den Ort der Geburt Chriſti aus dem Alten Teſtament. In der beſcheidenen Synagoge droben in Galiläa wird der Prophet Jeſaias geleſen. Nach Apoſt. 17, 17. forſchen die gläubigen Juden in der Zer⸗ ſtreuung in dem Alten Teſtament. Die Mutter und Großmutter des klei⸗ nen Timotheus unterrichten denſelben in der heiligen Schrift des Alten Bundes. Dasſelbe gilt auch vom Neuen Teſtament. Von den erſten Tagen der Chriſtenheit bis auf unſeren Tag haben die Zeugen nie aufge⸗ hört. Und ihr Zeugniß wurde nicht abgelegt unter Verhältniſſen, da es für Klugheit gelten konnte, ſolches zu thun, um zu Ehre, Anſehen und Wohlſtand zu gelangen, ſondern unter Schmach, Spott, Marter und Todes⸗ drohen, ſo daß Viele, aufgefordert, die heilige Schrift auszuliefern, lieber ihr Blut verſpritzt haben. Wie wunderbar iſt endlich die Erhaltung der Bibel. Nach Röm. 3, 2. iſt den Juden vertrauet, was Gott geredet hat, d. i. das Alte Teſtament. Aber was war gerade dies Volk für ein unzuverläſſiges, widerſpenſtiges Volk, zerklüftet in Secten und Parteien; was hat es er⸗ fahren müſſen an Schickſalen; wie iſt es zerſtreut worden! Und alle dieſe Geſchicke hat das Alte Teſtament mit dieſem Volke durchlebt. Wo aber auch dies Buch gefunden wird, ſei es in Indien oder China, in Afrika oder hierzulande: es iſt überall genau dasſelbe Buch, trotzdem, daß es tauſend⸗ mal abgeſchrieben iſt. Ganz dasſelbe erfuhr das Neue Teſtament. Und doch haben wir heute noch die Bibel vollſtändig, und ſie wird von Tag zu Tag mehr verbreitet. Sie iſt da und bleibt da, dasſelbe alte Gotteswort, das auch den Untergang des Weltgebäudes überdauern ſoll. Aber ſo ſchwer auch dies alles in's Gewicht fällt, ſo ſind doch dies nicht die eigentlichen Grundlagen, darauf wir unſere Gewißheit von der Göttlichkeit der heiligen Schrift gründen. Wir können auch Gott nur dan⸗ ken, daß dieſe Beweiſe nicht nothwendig ſind zur Ueberzeugung von der Göttlichkeit der Bibel. Denn dann wären viele liebe Chriſten übel daran, die ſehr wenig von dem hiſtoriſchen Verlauf, den es mit der Bibel genom⸗ men hat, wiſſen, die nicht einmal die Namen der Kirchenväter und eben⸗ ſowenig die Feinde der Kirche kennen, welche durch ihr Zeugniß die Ent⸗ ſtehung derſelben beſtätigen. Aber wenn auch alle Schriften der Kirchenväter verloren gegangen wären und wir ſonſt keine Zeile für die Göttlichkeit der heiligen Schrift hätten, und hätten nur allein die Schrift ſelbſt, ſo wäre das genug zur Ueberzeugung von ihrem göttlichen Urſprung. Freilich wird niemand dann überzeugt, wenn er beim alten Sinn und Weſen bleibt, und nicht ein Neues in ihm gewirkt wird. „Denn der natür⸗