# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S42 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 42 Verhandlungen der elften Verſammlung der Welt Ende und wie ein Kain unſtät und flüchtig umherirren, nachdem es Den gekreuzigt hat, deſſen Blut beſſer redet denn Abels. Ferner die Weiſſagung von der Ausbreitung des Reiches Chriſti, das doch alles in der Welt gegen ſich hatte und dem kein großer Gelehrter, kein mächtiger Feld⸗ herr der Erde voranging, ſondern das allein durch die Predigt des Evan⸗ gelii ſollte ausgebreitet und aus dem Senfkorn ein Baum werden, der ſeine Zweige weithin durch alle Lande reckt. Wie iſt doch das ſo herrlich er⸗ füllt! Das Reich Chriſti ſteht da wie ein gewaltiger Baum, unter dem die Vögel des Himmels im Schatten wohnen. Und dies alles trotz Verfol⸗ gung, Anfeindung, Witz, Gelehrſamkeit, trotz Schwert und Scheiterhaufen, trotz den Pforten der Hölle. Und wie einſtimmig ſind die heiligen Schreiber der verſchiedenſten Zeiten in ihren Berichten. Moſes beginnt: „Am Anfang ſchuf Gott Him⸗ mel und Erde“, und dasſelbe lehren David, die Propheten, die Evangeliſten und Apoſtel, daß alle Dinge durch Gott und von ihm und zu ihm geſchaffen ſind. Welch ein Durcheinander findet ſich dagegen in den Schriften der Gelehrten! Was der Eine mühſam aufgebaut, das ſtößt ein Anderer wie⸗ der unbarmherzig zuſammen. Nicht nur ſind aber die heiligen Schreiber in ihrem einſtimmigen Zeugniß gar merkwürdige Leute, ſondern für ihre Zuverläſſigkeit treten noch große Schaaren von Zeugen auf. Joſephus ſchreibt: „Da bei uns nicht Allen geſtattet war, Schrif⸗ ten zu verfaſſen, ſondern nur den Propheten, welche uralte und längſt ver⸗ gangene Dinge aus göttlicher Eingebung kannten und das, was ihrer Zeit angehörte, ſorgfältig aufzeichneten, ſo hat man bei uns nicht unzählige Bücher, die einander widerſprechen, ſondern nur zwei und zwanzig Bücher, in denen alles, was die ganze Zeit betrifft, ſchriftlich niedergelegt iſt, und denen mit Recht Glaube geſchenkt wird. Von dieſen ſind fünf die Bücher Moſis, die das von der Schöpfung bis an ſeinen Tod Mitgetheilte um⸗ faſſen. Dieſe Zeit beträgt nicht viel weniger als dreitauſend Jahre. Von dem Tode des Moſes an bis zur Regierung des Artaxerxes, der nach Xerxes König der Perſer war, haben die Propheten nach Moſe die Begebenheiten ihrer Zeit aufgezeichnet in dreizehn Büchern.*) Die vier übrigen enthal⸗ ten Lieder an Gott und Lebensregeln für die Menſchen. Die Geſchichte von Artaxerxes bis auf unſere Zeit iſt zwar auch geſchrieben, gilt aber nicht als ſo glaubwürdig wie die früheren Schriften, weil die ununterbrochene Aufeinanderfolge der Propheten aufgehört hat. Welches Zutrauen wir aber unſeren Schriften geſchenkt haben, iſt thatſächlich offenbar; denn ob⸗ ſchon ſo lange Zeit verfloſſen iſt, hat doch niemand unter uns ſich unter⸗ ſtanden, etwas hinzuzuſetzen oder davonzuthun oder zu verändern. Denn *) Nach jüdiſcher Zählung: 1. Joſua, 2. Richter mit Ruth, 3. Samuel, 4. Könige, 5. Chronika, 6. Eſra mit Nehemia, 7. Eſther, 8. Hiob, 9. Jeſaia, 10. Jeremia mit den Klageliedern, 11. Heſekiel, 12. Daniel, 13. die zwölf kleinen Propheten.