# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 41 So haben ſchon unſere Väter gewiſſe menſchliche Beweiſe für die Göttlich⸗ keit der heiligen Schrift geſammelt und aufgeſtellt, nicht um den Menſchen dadurch zu einer wirklichen Glaubensüberzeugung zu bringen, ſondern da⸗ mit auch der natürliche Menſch keine Entſchuldigung habe, wenn er dies heilige Buch verachtet. Mit Recht weiſen die Väter hin auf die wun⸗ derbare Einfalt, verbunden mit der großartigſten Maje⸗ ſtät der heiligen Worte. Sammt und ſonders ſind die heiligen Schreiber wahre Meiſter, ihre Erzählungen unerreichte Muſter der ge⸗ ſchichtlichen Darſtellung. Sie weiſen ferner hin auf die Heiligkeit, die durch die ganze Bibel weht. Wo iſt ein ſolcher heiliger Gott in der Vorſtellung der Heiden zu finden als der wahre lebendige Gott der Bibel? Mit welchen Laſtern ſind nach der Heiden eigener Darſtellung ihre Götter behaftet! Wo iſt eine ſolche Sittenlehre, als in der heiligen Schrift, bei deren Betrachtung jeder Sterbliche bekennen muß: Auf dieſer Wage gewogen biſt du zu leicht er⸗ funden; hiernach gibt es keinen Menſchen, der heilig iſt; wer aber ſo wan⸗ delte, der hätte die höchſte Staffel der Tugend erreicht. Welche Kraft übt die heilige Schrift aus! Sie weiſt erſtlich dem Sünder einen Weg zu ſeinem Gott, wie ihn kein Weiſer nirgends in den Schriften der Heiden je gewieſen; zeigt ihm einen Heiland, den HErrn JEſum, wie ihn keine heidniſche Schrift je gezeigt hat. Wie viel Aufhebens macht man davon, wenn man bei einem heidniſchen Schriftſteller eine An⸗ deutung von einem Erlöſer der Menſchen findet! und es iſt dies vielleicht nur eine Lobhudelei auf einen zu der Zeit lebenden Fürſten; einen Heiland aber, wie ihn die Bibel uns vor Augen malt, hat nie ein Menſchengeiſt er⸗ ſinnen können. Die heilige Schrift macht auch durch dieſe ihre Lehre die Herzen ruhig, in Anfechtung getroſt, in der Trübſal freudig und im Tode muthig, wie dafür die heiligen Märtyrer das gewaltigſte Zeugniß ablegen. Wo iſt überhaupt ſonſt ein Buch, das ſo mit Recht Anſpruch darauf macht, daß es ſei das Wort der Wahrheit, als eben die heilige Schrift? Wie Viele ſind ſchon an dieſem Buch zu Schanden geworden! Immer wie⸗ der haben ſogar, wo man den Spaten anſetzt, die aus der Erde hervor⸗ geholten Steine ihre Stimme erhoben und vor der ungläubigen Welt und gläubigen Chriſten Zeugniß ablegen müſſen für die Wahrheit der heiligen Schrift. Hierzu gehört auch die wunderbare buchſtäbliche Erfüllung der Weiſſagungen in der heiligen Schrift. Buchſtäblich iſt in Chriſto JEſu erfüllt, was im Alten Teſtament geweiſſagt iſt von dem Sohne einer Jungfrau, vom Ort, wo er ſollte geboren werden, und von dem Geſchlecht, aus dem er herſtammen ſollte. So iſt es auch mit den Weiſſagungen des Neuen Teſtamentes, deren Erfüllung doch ſo unwahrſcheinlich erſchien, z. B. von dem Volk der Juden, welches das „Kreuzige!“ über Chriſtum ausrief, und das aus dem Lande vertrieben werden und doch bleiben ſollte bis an